Letztes Update am So, 01.09.2019 12:56

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Lobnig holte bei Ottensheim-WM im Einer Olympia-Quotenplatz



Die Kärntnerin Magdalena Lobnig hat am Sonntag bei den Ruder-Weltmeisterschaften in Ottensheim im schweren Einer der Damen einen olympischen Quotenplatz geholt. Die 29-Jährige belegte im B-Finale Rang drei, gleichbedeutend mit Endrang neun. Nur die Top Drei des „kleinen Finales“ lösten ein Tokio-Ticket. Es ist für Österreichs Verband (ÖRV) der erste Startplatz für die nächstjährigen Sommerspiele.

In den übrigen olympischen Klassen wurde in Ottensheim ein rot-weiß-rotes Tokio-Ticket verpasst. Im LG-Doppelzweier (7 vergebene Quotenplätze) wurden es die WM-Ränge 13 und 19, im Vierer ohne und Doppelvierer der Herren (je 8) die Plätze 13 und 14 sowie im Herren-Einer (9) Endrang 27.

In dieser Klasse ist Lukas Reim für die kontinentale Restquoten-Regatta nächstes Jahr vom 27. bis 29. April in Varese sowie im Nichtqualifikationsfall auch für die weltweite Restquoten-Regatta vom 17. bis 19. Mai in Luzern wohl gesetzt. Mit einer Olympia-Qualifikation des 21-Jährigen ist aber viel eher erst für 2024 in Paris zu rechnen. „Mir fehlen noch die Trainingsjahre und die Physis und die Erfahrung. Die WM war aber eine gute Standortbestimmung“, meinte der U23-WM-Dritte.

Ein Gerangel um die Plätze in den ÖRV-Booten für Varese und Luzern ist aber in den anderen Herren-Klassen zu erwarten. Besonders im LG-Doppelzweier könnte der Ausscheidungskampf beinhart werden. Und das nicht nur, da es sich in Tokio um die einzige Leichtgewichtsklasse handeln wird. Vielmehr wird immer mehr damit gerechnet, dass das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Leichtgewichte für Paris 2024 ganz aus dem Programm nimmt.

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Für diese also vielleicht letzte Olympia-Chance sehen sich die WM-13. Matthias Taborsky/Julian Schöberl in absoluter Pole Position. „Wenn sich wer noch in den Zweier setzen will, muss er auch ganz klar seine Leistung bringen und es beweisen“, sagte Schöberl. „Solange wir das ganz gut machen, hat er eine Riesenaufgabe, dass er das besser macht. Unser Traum ist Olympia. Und wir zwei sehen die besten Chancen, dass wir das erfüllen - wir gemeinsam im Boot.“

Während der Oberösterreicher und der Wiener Taborsky davon ausgehen, dass schon alleine die Zeit für einen tiefgründigen Selektionsprozess nicht reichen wird, stellte ÖRV-Präsident Horst Nussbaumer die Lage gegenüber der APA - Austria Presse Agentur ganz anders dar. „Unsere Idee ist, aus einem Pool von Ruderern den schnellsten Zweier zu machen.“ Darin involviert sieht er neben Taborsky und Schöberl auch die Besatzung des WM-LG-Doppelvierers und -Einers.

„Ab Oktober muss hart trainiert werden“, erklärte der Verbandschef. „Wir haben dank unserer großen Subventionen auch genug Geld, dass die Leute im Winter durchrudern können. Die können nach Portugal, Italien, wo man rudern kann. Die müssen tausende Kilometer rudern, dann wird man das früh genug herausfinden. Es ist ein offener Wettkampf um diese zwei Plätze. Er muss fair sein, aber auch uns garantieren, dass wir das schnellste Boot herausbekommen.“

Der Gesamteindruck über die Monate sei entscheidend. „2020 werden wir dann mit einem feschen Olympia-Team dabei sein. Davon gehe ich aus“, meinte Nussbaumer auch in Richtung der anderen Klassen. ÖRV-Sportdirektor Norbert Lambing stimmt da mit seinem Chef überein: „Über die Jahre waren sehr viel Erfahrungswerte - ich glaube, da wird auch im Herbst reinfließen, welche Paarung sich wie entwickelt hat - als Mannschaft, menschlich, leistungsmäßig.“

Angetan zeigten sich beide Funktionäre von Rainer Kepplinger. „Toller Athlet“, meinte Lambing über den WM-Siebenten im LG-Einer. „Ich bin total begeistert“, vermeldete Nussbaumer. „Ab Herbst ist er fixer Bestandteil der Olympia-Mannschaft. Mit ihm und anderen werden wir einen superschnellen Zweier für nächstes Jahr bauen.“ Kepplinger selbst zeigte sich bereit: „Ich denke schon, dass ich den Zweier schneller machen könnte. Das werde ich versuchen.“

Und da sind dann noch die Sieber-Brüder Bernhard und Paul, mit Philipp Kellner und Sebastian Kabas im LG-Doppelvierer WM-Fünfte. Während sich Kellner und Kabas schon im WM-Vorfeld in Richtung Olympia defensiver geäußert haben, wollen die Siebers nach dem gemeinsamen zwölften Rang in Rio de Janeiro 2016 erneut Olympia-Luft atmen. Markus Lemp und Anton Sigl, WM-Sechste im LG-Zweier ohne, werden sich hingegen eher nicht dem Prozess stellen.

Im LG-Doppelzweier der Damen könnte theoretisch nur die U23-WM-Dritte Lara Tiefenthaler eine Konkurrenz für die WM-19. Louisa Altenhuber/Laura Arndorfer werden. Etwas offener ist der Vierer ohne der Herren. Die WM-13. Gabriel Hohensasser/Maximilian Kohlmayr/Ferdinand und Rudolph Querfeld müssen in der Selektion vor allem mit Florian Walk rechnen. Der ist wegen einer Erkrankung nicht im WM-Team gewesen, war davor aber fix dabei im Quartett.




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