Letztes Update am So, 01.09.2019 14:56

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Lobnig holte bei Ottensheim-WM im Einer Olympia-Quotenplatz



Österreichs Rudersport wird bei den Olympischen Sommerspielen 2020 vertreten sein. Magdalena Lobnig holte am Sonntag in Ottensheim wie schon 2015 für Rio 2016 mit Rang drei im B-Finale des Damen-Einers den letzten bei Weltmeisterschaften im vorolympischen Jahr vergebenen Quotenplatz und kann sich damit ab sofort gezielt auf ihre zweiten Spiele vorbereiten. In Rio belegte sie A-Finalrang sechs.

Zwar sind die Quotenplätze nicht personenbezogen, Lobnig hat aber keine verbandsinterne Konkurrenz um die offiziell erst zu erfolgende Olympia-Nominierung. In anderen olympischen Klassen hat es bei den Heim-Titelkämpfen mit dem Japan-Ticket nicht geklappt. Hier bleiben noch vom 17. bis 19. Mai die weltweite Restquoten-Regatta sowie im Herren-Einer und den LG-Doppelzweiern auch die kontinentale Ausscheidung vom 27. bis 29. April in Varese.

„Ich bin natürlich extrem erleichtert“, sagte Lobnig über das Erreichen ihres ursprünglichen WM-Minimalziels. Eine Nebenhöhlen-Entzündung im WM-Vorfeld hatte sie dann aber doch mehr als befürchtet aus der Bahn geworfen. „Die Vorzeichen waren natürlich ganz schlecht. Ich glaube, ich habe das Maximale aus meiner Situation herausgeholt. Ich bin so froh, dass ich das geschafft habe und das Ticket für die Spiele habe. Mehr kann ich mir nicht wünschen.“

Die Parallelen zum „Quoten-Rennen“ 2015 waren fast flächendeckend gegeben. Auch damals hatte Lobnig mit den Nebenhöhlen zu kämpfen, wurde ebenfalls dann Dritte, und das in einem sehr knappen Ausgang per Schlussspurt. So kam es auch diesmal. Die 29-Jährige landete 1,11 Sek. hinter Yan Jiang (CHN), 0,94 Sek. hinter Laila Youssifou (NED), ließ aber Fie Udby Erichsen (DEN) und damit einen Ex-Schützling von ÖRV-Chefcoach Carsten Hassing. um 0,86 Sek. hinter sich.

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„In einem B-Finale bei einer Quoten-WM da geht die Post ab. Da darfst du dir keinen Fehler leisten“, war Lobnig vom Rennverlauf nicht überrascht. Da sie von 2015 gewusst habe, was auf sie zukomme, sei sie aber nervös gewesen. Die Taktik habe freilich gepasst. „Ich habe versucht, in meinen Streckenschlag zu finden, damit ich nicht so ‚überpace‘ wie am Freitag (Semifinale, Anm.). Da hat es mich zerrissen hintenheraus. Das wollte ich vermeiden, das ist mir gelungen.“

Die Lokalmatadorin blieb auch zuversichtlich, als sie bei der 1.500-m-Marke im Sechser-Feld nur auf Rang fünf lag. Sie wusste um ihren Endspurt und die Fans im Rücken. „Die Leute haben schon am Start geschrien, das war echt cool. Da habe ich mir gedacht ‚Jetzt oder Nie‘.“ Für Lobnig geht es nun nach einer kurzen Pause in die Planungsphase für das Olympia-Jahr. Im Mittelpunkt steht dabei die Trainings- und Trainer-Situation der Völkermarkterin.

Erleichtert war auch Hassing, seit dem Abgang von Kurt Traer im Frühjahr Lobnigs erster Trainer. „Es war eine schwere Saison, das alles zu organisieren. Aber wir haben alles getan, dass sich das gut ausgeht“, meinte der Däne. Der Rennverlauf im B-Finale sei für seinen Schützling perfekt gewesen. Die Enttäuschung nach Verpassen des Finales sei groß gewesen, auf die Restquoten-Regatta wollte man es aber nicht ankommen lassen.

Freude über den Quotenplatz versprühte letztlich auch ÖRV-Präsident Horst Nussbaumer: „Ich bin unglaublich stolz und froh, dass wir das geschafft haben. Mein persönliches Ziel ist, junge Leute zu Olympischen Spielen zu bringen. Wir haben es Magdalena zum zweiten Mal ermöglicht, dahinzukommen.“ Das Einer-Finale ging gut zwei Stunden später an die favorisierte Titelverteidigerin Sanita Puspure (IRL) vor Emma Twigg (NZL) und Kara Kohler (USA).




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