Letztes Update am So, 01.09.2019 15:06

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Hundert Tote nach Angriff der Koalition im Jemen befürchtet



Nach den Luftangriffen der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition im Jemen fürchtet das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) mehr als hundert Todesopfer. „Wir schätzen, dass mehr als hundert Menschen getötet wurden“, sagte der Leiter der Jemen-Sektion des IKRK, Franz Rauchenstein, am Sonntag.

Die Angriffe galten nach Angaben der Koalition einer Stellung der Houthi-Rebellen in der Provinz Dhamar südlich der Hauptstadt Sanaa. Bei den Luftangriffen im Südwesten wurden nach Angaben der Houthi-Rebellen bereits mindestens 60 Menschen getötet, die von ihnen gefangen gehalten wurden. Weitere 50 Personen seien verletzt worden, als Kampfflugzeuge ein Gebäude in der Provinz bombardierten.

Dieses wurde von den Houthis als Gefängnis genutzt, sagte ein Sprecher des von den Houthis kontrollierten Gesundheitsministeriums am Sonntag dem Fernsehsender Al-Mazira. Unabhängig bestätigen ließen sich die Zahlen zunächst nicht.

Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition, die gegen die Houthis im Jemen kämpft, bestätigte einen Angriff in Dhamar. Die Attacke habe ein Lager für Drohnen und Raketen getroffen, hieß es in einer Mitteilung der Koalition. Der Angriff sei in Einklang mit internationalem Recht erfolgt.

Augenzeugen berichteten, dass Kampfflugzeuge etwa acht Angriffe auf das Gebäude geflogen hätten. Ein Sprecher des Gefangenenkomitees der Houthis sagte, der saudischen Koalition sei bekannt gewesen, dass in dem Gebäude Gefangene festgehalten wurden. Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition bekämpft seit 2015 die vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen im Jemen. Sie hatten zuvor große Teile des Nordjemens inklusive der Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht.




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