Letztes Update am So, 01.09.2019 19:20

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rapid machte mit 3:1-Derbysieg Austrias Fehlstart perfekt



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Mit einem 3:1-(1:1)-Auswärtssieg im 329. Wiener Derby hat sich Rapid am Sonntag die Vorherrschaft in der Bundeshauptstadt zurückgeholt. Der TSV Hartberg feierten am Sonntag einen 3:1 (2:0)-Sieg in St. Pölten und festigten Platz fünf in der Tabelle. Sturm Graz bleibt nach dem 2:1-Sieg gegen Altach am Sonntag in der 6. Runde der Fußball-Bundesliga seit 16 Duellen ungeschlagen.

Achteinhalb Monate nach der bitteren 1:6-Niederlage in Favoriten rehabilitierte sich Grün-Weiß und hielt in der Tabelle Anschluss an die Teams im oberen Bereich. Für die Austria hingegen ist der Fehlstart mit nur fünf Punkten aus sechs Spielen Gewissheit.

Rapids Thomas Murg (7.) bzw. „Veilchen“ Christoph Monschein (10.) nach jeweils eklatanten Defensivschnitzern trafen bald nach Anpfiff, den vorentscheidenden Treffer zum durchaus verdienten Erfolg im ersten Derby dieses Kalenderjahres besorgte vor 14.615 Zuschauern Taxiarchis Fountas (51.). Die Austria hatte dem zweiten Gegentreffer nur wenig entgegenzusetzen und kassierte in der Nachspielzeit durch den eingewechselten Aliou Badji auch noch ein drittes Tor (94.). Nach der dritten Saisonniederlage findet sich das Team von Neo-Coach Christian Ilzer nur auf Platz acht wieder. Rapid hat als Sechster fünf Zähler mehr, drei fehlen auf den zweitplatzierten LASK.

Rapid-Coach Dietmar Kühbauer hatte im Vergleich zum 1:2 gegen den LASK sechs Änderungen vorgenommen. Durchaus erwartet stand der japanische Stürmer Koya Kitagawa erstmals in der Startelf, überraschend hingegen kam das Profidebüt von Dalibor Velimirovic. Der 18-jährige, der auch für die Amateure erst elf Partien absolviert hat, lieferte schließlich im defensiven Mittelfeld eine tadellose Vorstellung ab.

Kühbauers Team startete besser und profitierte bald vom ersten folgenschweren Patzer des Gegners: Nachdem Maximilian Sax den Ball in der Vorwärtsbewegung an Stefan Schwab verloren hatte, verstolperte Jarjue eine Flanke von Philipp Schobesberger, Murg sagte aus wenigen Metern „danke“. Das Momentum wäre aufseiten der Gäste gewesen, die aber leisteten sich nur wenig später einen Selbstfaller, konkret einen haarsträubenden Rückpass von Mateo Barac, der schon im Derby im Dezember ein Unsicherheitsfaktor gewesen war. Monschein holte sich den Rückpass des Kroaten, umkurvte Goalie Tobias Knoflach und schoss von der rechten Seite ein.

Die intensive, schnelle, aber qualitativ durchschnittliche Partie auf ebenso mäßigem Terrain hatte in den folgenden 20 Minuten so gut wie keine Torchancen zu bieten, dafür brachte die Schlussviertelstunde vor der Pause einige gute Möglichkeiten. Schobesberger verpasste nach einer von Jarjue schlecht geklärten und hoch aufspringenden Hereingabe das Tor (34.), dann köpfelte Fountas an die Stange (35.), und Murg traf nach Vorarbeit Kitagawas das Außennetz (43.). Da hatte Ilzer bereits den von der Rolle befindlichen Jarjue durch Dominik Prokop ersetzt (39.) und auf eine Viererkette umgestellt. Sein Team war davor durch zwei Hereingaben Florian Kleins gefährlich geworden: Einmal klärte Knoflach vor Monschein (36.), dann kam Sax nur Zentimeter zu spät (39.).

Rapid holte sich bald nach Wiederbeginn den Vorteil zurück, Goalie Ivan Lucic war beim abgefälschten Fountas-Schuss ohne Chance. Dass Assistgeber Stephan Auer das Spielgerät beim Ballgewinn mit der Hand berührt hatte, blieb ein Schönheitsfehler. Abgesehen von einem Freistoß Alexander Grünwalds, den Knoflach über die Latte drehte (54.) und einem Monschein-Schuss nach Konter, den ebenfalls Rapids Schussmann partierte (59.), fand die Austria darauf keine brauchbare Antwort.

Rapid hatte das Geschehen unter Kontrolle, nur ein Eckball von Caner Cavlan, den Auer auf der Linie klärte, trübte dieses Bild (73.). Die Gäste blieben gefährlicher. Schobesberger legte den Ball nach schöner Vorarbeit am langen Eck vorbei (76.), später zielte Badji zu zentral auf Lucic (82.). Gut zehn Minuten später machte der Senegalese dann sein erstes Saisontor doch noch perfekt.

Stefan Rakowitz war mit einen frühen Doppelschlag (2., 15.) Matchwinner der Hartberger, die seit der Auftaktniederlage in Mattersburg ungeschlagen sind. Der Malier Bakary Nimaga und der 19-jährige Tscheche Tomas Ostrak standen erstmals in der Bundesliga in der Startelf, Trainer Markus Schopp bewies dabei eine glückliche Hand. Nimaga leitete die Führung mit einem schnell ausgeführten Freistoß auf Christian Klem ein, dessen Hereingabe Rakowitz nach nur 90 Sekunden zum 1:0 verwertete. Nach einer Viertelstunde zog Ostrak auf und davon und legte ideal und uneigennützig auf Rakowitz ab, der neuerlich nur noch einschieben musste.

St. Pöltens Defensive war in der Anfangsphase schwer überfordert. Trainer Alexander Schmidt reagierte rasch und nahm den - wütenden - Abwehrchef Daniel Petrovic schon nach 22 Minuten vom Feld. Die Partie „schlief“ danach ein bisschen ein, die Heimischen hatten durch Roope Riski (25.) und Luan (33.) vor der Pause aber immerhin zwei Chancen auf den Anschlusstreffer.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit machten die St. Pöltner richtig Druck, Hartberg bekam die Partie aber bald wieder in den Griff. Dusan Tadic machte mit dem 3:0 endgültig alles klar (68.), St. Pölten kam dank eines Elfmetergeschenks aber noch zum Ehrentreffer. Hartberg-Torhüter Rene Swete spielte vor dem heranstürmenden Riski klar den Ball, Schiedsrichter Julian Weinberger entschied dennoch auf Strafstoß, den Daniel Luxbacher verwertete (75.).

St. Pölten ist nun saisonübergreifend in zehn Heimspielen ohne Sieg und kassierte im 13. Duell mit Hartberg in der NV Arena erstmals eine Niederlage.

Altach bleibt ein Lieblingsgegner von Sturm Graz. Bekim Balaj (30., 85.) köpfelte die Elf von Trainer Nestor El Maestro als Tabellen-Vierter in die Länderspielpause. Altach ist mit nur vier Punkten weiter Vorletzter.

Sturm machte vor 5.047 Zuschauern das Spiel, die besseren Chancen hatten zunächst allerdings die Gastgeber: Mergim Berisha prüfte in der 15. Minute mit einem gefährlichen Drehschuss den bis dahin beschäftigungslosen Sturm-Goalie Jörg Siebenhandl. Und auch die zweite Topmöglichkeit fand im Sturm-Strafraum statt: Thomas Schrammel warf sich aber gerade noch in den Schuss von Florian Jamnig nach schönem Stanglpass von Emir Karic (23.).

Es folgten bittere Minuten für die nun vier Ligaspiele sieglosen Altacher: Schiedsrichter Markus Hameter entschied bei einem Zweikampf zwischen Lukas Spendlhofer und Berisha zunächst auf Strafstoß, er korrigierte die Entscheidung aber nach Intervention seines Assistenten. Diesem war ein Textilvergehen Berishas aufgefallen (29.). Unmittelbar darauf schlug es auf der Gegenseite ein: Balaj setzte sich nach Hierländer-Corner im Luftduell durch (30.).

Sturm verwaltete die knappe Führung mit all seiner Routine. Altach kam bei allem Bemühen gegen das Team mit dem zweitältesten Kader zu keinen klaren Chancen. In der 63. Minute verpasste Sturm die mögliche Vorentscheidung: Nach einem Schrammel-Freistoß köpfelte Anastasios Avlonitis das Kunstleder an die rechte Stange.

Altach-Coach Alex Pastoor brachte mit Pangop (59.), Bernd Gschweidl (72./Debüt) und Johannes Tartarotti (83.) drei Offensive. Die Durchschlagskraft fehlte zunächst aber weiterhin. Und Balaj - erneut per Kopf - nach Flanke von Juan Dominguez machte Sturms vierten Saisonsieg vermeintlich frühzeitig klar. Doch nach Tartarotti-Flanke köpfelte Joker Franz Pangop zum 1:2-Anschusstreffer ein (90.). Nach dem ersten Saison-Gegentreffer für Sturm aus dem laufenden Spiel heraus brachen hektische Verlängerungsminuten an, doch die Gäste brachten den Sieg über die Zeit.




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