Letztes Update am Mo, 02.09.2019 09:24

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nach Hurrikan „Dorian“ massive Schäden auf Bahamas erwartet



Der hochgefährliche Hurrikan „Dorian“ ist mit zerstörerischen Windgeschwindigkeiten von knapp 300 Kilometer pro Stunde auf die nördlichen Bahamas getroffen. Erste Fernsehbilder von der Inselgruppe südöstlich des US-Bundesstaats Florida zeigten ein Bild der Verwüstung - abgedeckte Häuser, umgeknickte Bäume und dramatische Überschwemmungen.

„Dorian“ fegte am Sonntag (Ortszeit) über die Inseln Great Abaco und Great Bahama hinweg und sollte von dort langsam westlich Richtung Florida weiterziehen. Das gesamte Ausmaß der Schäden auf den Bahamas war zunächst nicht absehbar. Experten des Nationalen Hurrikan-Zentrums (NHC) in Miami warnten, dass „katastrophale Zerstörung“ zu befürchten sei. Den nur knapp über Meereshöhe liegenden Inseln drohten lebensgefährliche Sturmfluten von bis zu sieben Meter Höhe und heftige Regenfälle.

Die Behörden des Inselstaats mit rund 400.000 Einwohnern hatten Zehntausende Einwohner aufgefordert, sich in Schutzunterkünfte oder höherliegende Gebiete zu begeben. Laut dem NHC ist „Dorian“ der zweitstärkste Hurrikan im Atlantikbecken seit Beginn der Aufzeichnungen.

„Dorian“ ist ein „katastrophaler“ Hurrikan der höchsten Stufe fünf, der an Land typischerweise zu großer Zerstörung führt. Erfahrungsgemäß wird ein Großteil der Häuser abgedeckt oder zusammenstürzen, Bäume und Strommasten knicken ein. Die Versorgung mit Strom und Trinkwasser kann ebenso wie das Kommunikationsnetz für Tage oder Wochen kollabieren.

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Der Sturm trifft die USA an einem verlängerten Wochenende - am Montag ist dort ein Feiertag. Mehrere Orte in Florida haben bereits Evakuierungen für küstennahe und tieferliegende Gebiete angeordnet. Gleiches gilt für Küstengebiete in Georgia. Auch in den beiden „Carolinas“, South und North Carolina, ist im Lauf der Woche mit heftigen Winden, starken Regenfällen und Überschwemmungen zu rechnen.

Der US-Bundesstaat South Carolina hatte deshalb eine Evakuierung seiner kompletten Küste angeordnet. Die Anrainer müssen sich ab Montagmittag in Sicherheit bringen, ordnete Gouverneur Henry McMaster am Sonntag (Ortszeit) an. Die Evakuierung soll nach örtlichen Medienberichten Hunderttausende Menschen betreffen und dürfte keine populäre Maßnahme sein. „Wir können nicht alle Menschen zufriedenstellen, aber wir können alle Menschen am Leben halten“, sagte McMaster. Schulen und Behörden in den Gebieten würden geschlossen bleiben.

Prognosen zufolge dürfte „Dorian“ von den Bahamas kommend frühestens am Montagabend Florida erreichen. Meteorologen erwarteten, dass der Sturm unmittelbar vor Florida nach Norden abdrehen wird und dann zerstörerische Winde, Sturmfluten und heftige Regenfälle in die nördlich angrenzenden Bundesstaaten Georgia, South Carolina und North Carolina bringen wird.




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