Letztes Update am Mo, 02.09.2019 10:30

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Hurrikan „Dorian“ traf mit voller Wucht auf Bahamas



Hurrikan „Dorian“ hat auf seinem Weg Richtung Florida über den nördlichen Inseln der Bahamas gewütet. Der Sturm der höchsten Kategorie fünf zog nach seinem Auftreffen am Sonntag auf Land über die Insel Abaco. Montag gegen 3.00 Uhr Ortszeit (9.00 Uhr MESZ) befand er sich über Freeport, der größten Stadt der Insel Grand Bahama, wie auf Karten des US-Senders CNN zu sehen war.

Das Hurrikan-Zentrum in Miami warnte vor katastrophalen Sturmfluten von bis zu sieben Metern Höhe. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 320 km/h könne „Dorian“ dort in den kommenden Stunden „extreme Zerstörung“ verursachen. Berichte über Verletzte oder Tote gab es zunächst nicht.

Das Zentrum des Sturms war am Sonntag auf dem Riff Elbow Cay östlich von Abaco auf Land getroffen. Auf Videos aus Abaco waren überschwemmte Straßen, unter Wasser stehende Häuser und umgeknickte Bäume zu sehen. Auf Facebook berichteten Einwohner von teils eingestürzten Gebäuden.

Das Ausmaß der Schäden auf Abaco könne wegen des sich nur langsam bewegenden Sturms frühestens am Montagnachmittag festgestellt werden, sagte Joy Jibrilu, die Generaldirektorin des Tourismusministeriums, dem US-Sender CBS in einem Telefonat. Viele der Einwohner hätten die bereitgestellten Notunterkünfte aufgesucht.

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„Ich glaube, niemand hat mit einem Hurrikan von solcher Intensität gerechnet“, sagte Jibrilu. Die weiter südlich gelegenen Inseln des Archipels sowie die Hauptstadt Nassau waren Jibrilu zufolge nicht vom Hurrikan betroffen. Dort funktioniere das öffentliche Leben normal.

Der Sturm trifft die USA an einem verlängerten Wochenende - am Montag ist dort ein Feiertag. Mehrere Orte in Florida haben bereits Evakuierungen für küstennahe und tieferliegende Gebiete angeordnet. Gleiches gilt für Küstengebiete in Georgia. Auch in den beiden „Carolinas“, South und North Carolina, ist im Lauf der Woche mit heftigen Winden, starken Regenfällen und Überschwemmungen zu rechnen.

Der US-Bundesstaat South Carolina hatte deshalb eine Evakuierung seiner kompletten Küste angeordnet. Die Anrainer müssen sich ab Montagmittag in Sicherheit bringen, ordnete Gouverneur Henry McMaster am Sonntag (Ortszeit) an. Die Evakuierung soll nach örtlichen Medienberichten Hunderttausende Menschen betreffen und dürfte keine populäre Maßnahme sein. „Wir können nicht alle Menschen zufriedenstellen, aber wir können alle Menschen am Leben halten“, sagte McMaster. Schulen und Behörden in den Gebieten würden geschlossen bleiben.

Prognosen zufolge dürfte „Dorian“ von den Bahamas kommend frühestens am Montagabend Florida erreichen. Meteorologen erwarteten, dass der Sturm unmittelbar vor Florida nach Norden abdrehen wird und dann zerstörerische Winde, Sturmfluten und heftige Regenfälle in die nördlich angrenzenden Bundesstaaten Georgia, South Carolina und North Carolina bringen wird.




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