Letztes Update am Mo, 02.09.2019 18:18

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Extreme Zerstörung durch Hurrikan „Dorian“ befürchtet



Eine hochgefährliche Lage: Das Zentrum des Hurrikans „Dorian“ ist am Montag über den nördlichen Bahamas fast zum Stehen gekommen. Zerstörerische Winde mit Geschwindigkeiten von bis zu 270 Kilometer pro Stunde tobten am Montag über der Insel Grand Bahama, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami berichtete. Der Insel drohten „extreme Zerstörung“ und meterhohe Sturmfluten.

Die Meteorologen konnten keine Entwarnung geben: Das Zentrum des Sturms bewegte sich nur noch mit weniger zwei Stundenkilometern nach Westen in Richtung der US-Küste. Das Ausmaß der Schäden auf den nördlichen Bahamas war zunächst noch nicht abzusehen. Videos von den östlichen Abaco-Inseln, auf die der Hurrikan bereits am Sonntag getroffen war, zeigten überschwemmte Straßen, unter Wasser stehende Häuser und umgeknickte Bäume.

„Dorian“ beschädigte nach Schätzung des Roten Kreuzes auf den Bahamas bis zu 13.000 Häuser schwer oder zerstört diese. Das teilte die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) in Genf mit. Nach ersten Einschätzungen vor Ort seien zudem Brunnen auf den Abaco-Inseln durch Überschwemmungen mit Salzwasser verunreinigt worden.

Obgleich es noch nicht möglich sei, sich ein vollständiges Bild zu machen, sei es klar, dass der Sturm „katastrophale Auswirkungen“ habe, hieß es vom Chef des IFRC-Notfalleinsatzzentrums, Sune Bulow. Es herrsche ein dringender Bedarf an sauberem Wasser - ebenso wie an Unterkünften und Gesundheitsversorgung.

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„Dorian“ verlor etwas an Kraft und wurde zu einem Hurrikan der Kategorie vier von fünf herabgestuft. Der Sturm bringe aber weiter extrem zerstörerische Winde mit Geschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometer pro Stunde, erklärte das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami. Es drohten daher weiter „katastrophale Schäden“.

Der Außenminister der Bahamas, Darren Henfield, sagte, es sei zu „katastrophalen Schäden“ gekommen. Es gebe auch Berichte über Todesopfer, diese ließen sich aber bisher nicht bestätigen, sagte er dem örtlichen Sender ZNS. Ersthelfer würden in die betroffenen Gebiete fahren, sobald das Wetter es zulasse. Premierminister Hubert Minnis schrieb auf Twitter: „Die Verwüstung ist beispiellos.“

Der Strom war dort ausgefallen, auch die Kommunikation gestaltete sich schwierig. Auch auf Grand Bahama war teilweise der Strom ausgefallen, es kam zu Überschwemmungen, wie der Nachrichtensender CNN berichtete. Der Flughafen in der größten Stadt Freeport stehe unter Wasser, schrieb die örtliche Zeitung „The Tribune“. Auch auf New Providence, der bevölkerungsreichsten Insel der Bahamas, auf der sich auch die Hauptstadt Nassau befindet, gab es Überschwemmungen. Für die Bahamas markierte das Eintreffen „Dorians“ den stärksten Hurrikan seit Beginn moderner Aufzeichnungen.

Der Sturm der höchsten Kategorie sollte am Montagabend (Ortszeit) weiter in Richtung der Ostküste Floridas ziehen. Dort zogen am Montagvormittag vom Atlantik her bereits dunkle Wolken auf, erste Windböen waren zu spüren. Meteorologen rechneten damit, dass „Dorian“ dann entlang der Küste nach Norden abdrehen und sich etwas abschwächen würde.

In Florida und den nördlicheren Bundesstaaten Georgia und South Carolina galt bereits der Notstand. Evakuierungen der Küstenregionen mit Hunderttausenden Einwohnern liefen am Montag bereits an. Die Häfen in Florida wurden für die Schifffahrt geschlossen.

Weil der Hurrikan „gefährlich nah“ an der Küste vorbeiziehen sollte, war an Land mit zerstörerischen Winden, heftigen Regenfällen und Überschwemmungen zu rechnen, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum warnte. Sollte der Sturm auch nur gering vom prognostizierten Pfad abweichen, könnte er doch noch auf Land treffen und für große Schäden sorgen, warnten die Meteorologen.




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