Letztes Update am Mo, 02.09.2019 19:42

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schickhofer gegen „Schützenhöfer-Drexler-Kurs“



„Echte Steirer bringen zu Ende, was sie angefangen haben“ - mit diesem Slogan trat der steirische LHStv. Michael Schickhofer Montagabend nach dem SPÖ-Parteivorstand vor die Presse. Er zeigte sich vom Koalitionsbruch betroffen, reichte aber ÖVP-Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer die Hand für eine weitere Zusammenarbeit. Beim Thema Leitspital Liezen will er eine Alternativvariante geprüft haben.

Schickhofer schlug bereits bei diesem ersten Pressetermin nach der Fixierung der Neuwahl Wahlkampftöne an: Er habe sich beim Leitspital „schwer getan“, weiter dafür zu sein, obwohl sich mehr als zwei Drittel der Bevölkerung bei der Volksbefragung dagegen ausgesprochen hatten. Doch schon damals habe die ÖVP mit Neuwahl gedroht, sagte er. Er selbst sei für die Prüfung von Alternativen gewesen. Diese fordert er nun ein: Gesundheitslandesrat Christopher Drexler (ÖVP) solle „seinen Job machen“ und das Grundstück in Stainach-Pürgg prüfen. „Darüber hinaus sollen aber vorerst keine weitere Kosten anfallen.“

Neben dem Grundstück soll Drexler auch eine Variante zum Erhalt aller drei bestehenden Standorte prüfen. Einer davon könnte nach Schickhofers Vorstellungen als zentrales Spital ausgebaut und im Zusammenspiel mit den anderen konzipiert werden. Die Bevölkerung könne jedenfalls bei der Wahl entscheiden, ob sie den „Schützenhöfer-Drexler-Kurs“ oder seinen wollen. Er meinte, dass nach dem Bezirk Liezen als nächstes die Oststeiermark bei der Spitalsreform der ÖVP an der Reihe sein werde.

Angesprochen auf sein Wahlziel folgte Schickhofer dem Pfad seiner Bundespartei-Chefin Pamela Rendi-Wagner. Er wolle bei der Landtagswahl auf Platz eins kommen, sagte er, und versprach: „Wenn ich Landeshauptmann bin, wird von Wien sicher nicht reinregiert.“ Der steirische SPÖ-Chef sieht ein „Duell der besseren Ideen zwischen ÖVP und SPÖ“.

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Ob er noch einmal mit Schützenhöfer zusammenarbeiten würde, beantwortete er nicht direkt. Aber er unterstrich: „Wir werden in professioneller Art und Weise zusammenarbeiten, aber jemandem wieder zu vertrauen, der einmal einen Handschlag gegeben hat und dann nicht, ist natürlich äußerst schwierig.“ Bei allem was passiert sei, brauche es „im Interesse des Landes eine gewisse Grundgesprächsbasis“. „Es fällt mir manchmal persönlich nach dem Geschehenen nicht leicht, aber es geht ums Land und die Steirerinnen und Steirer und nicht um irgendwelche Befindlichkeiten“, so Schickhofer.

Als Themen für den Wahlkampf avisierte der stellvertretende Landeshauptmann Klima, Beschäftigung und Wohnen. Er biete ein „sachliches Angebot für die Zukunft“ und eine „Rückkehr zum steirischen Stil“. „Hickhack und Spielchen“ würden nichts bringen: „Viele Projekte müssen zusammen abgeschlossen werden“, sagte er.

Eine weitere Konsequenz zog Schickhofer auch in punkto Medienkommunikation: Das unter Schützenhöfer eingestampfte „Presse-Foyer“ nach der Regierungssitzung will der SPÖ-Chef ab sofort wieder in ähnlicher Form abhalten und zwar allein.




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