Letztes Update am Di, 03.09.2019 15:05

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Novomatic - Grüne hinterfragen Rolle der FPÖ



Die Grünen in Wien und Niederösterreich haben am Dienstag die von Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache im Ibiza-Video getätigte Aussage „Novomatic zahlt alle“ zum Anlass genommen, das Verhältnis der Blauen zum niederösterreichischen Glücksspielkonzern in der Vergangenheit zu thematisieren. Fragwürdig erscheine dabei der „Schwenk“ der Wiener FPÖ in Sachen Kleines Glücksspiel.

David Ellensohn, Klubchef der Wiener Grünen, erinnerte in einer Pressekonferenz daran, dass die Rathaus-Blauen jahrelang - ebenso wie seine Fraktion - gegen einarmige Banditen und andere Automatenspiele gewesen seien. „Sie waren sogar für ein Verbot“, zitierte Ellensohn aus alten Presseaussendungen der Partei. „2008 hat sich die Meinung dann plötzlich geändert“, betonte der Klubobmann mit Verweis auf den Umstand, dass die Freiheitlichen damals die Pläne für das Admiral-Casino der Novomatic im Prater unterstützten.

Niederösterreichs Grünen-Chefin Helga Krismer sagte, in einem - seit Jahren der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft vorliegenden - Lobbying-“Masterplan“ der Novomatic aus dem Jahr 2006 werde auch Strache als einer der „potenziellen Ansprechpartner“ genannt, um die Konzernagenden durchzubringen. Die FPÖ habe damals nach schlechten Wahlergebnissen Geldeinbußen erlitten, vergaß Krismer heute nicht zu erwähnen.

Ellensohn brachte außerdem Novomatic-Inserate in der FPÖ-Publikation „Neue Freie Zeitung“ aus 2010 zur Sprache. „Keine Supermarktketten, keine Technikunternehmen - niemand inseriert dort, außer Novomatic“, so Ellensohn. Er frage sich, warum.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Er wolle hier aber nicht behaupten, dass die Blauen aufgrund der Einschaltungen ihre Meinung zum Kleinen Glücksspiel geändert hätten, unterstrich der Wiener Grün-Politiker. Der Glücksspielkonzern beschäftige schließlich jede Menge Anwälte. Angesprochen auf die Tatsache, dass die Inserate ja erst zwei Jahre nach dem Meinungsschwenk der Wiener FPÖ geschaltet wurden, sagte Ellensohn, er selbst würde auch nicht gleich unmittelbar das Geld fließen lassen.




Kommentieren