Letztes Update am Mi, 04.09.2019 11:48

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutscher Autor Steffen Mensching erhält Erich Fried Preis



Der 1958 in Ost-Berlin geborene Autor, Schauspieler und Theaterleiter Steffen Mensching erhält den Erich Fried Preis 2019. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung wird zum Abschluss der heuer unter dem Thema „Keine I Angst“ stehenden Erich Fried Tage am 1. Dezember im Literaturhaus Wien übergeben.

Heuer war der erste Fried Preisträger von 1990, der deutsche Autor Christoph Hein als Alleinjuror für die Wahl verantwortlich, die er vor allem mit Menschings 2018 im Wallstein Verlag erschienenen Roman „Schermanns Augen“ begründet: Ihm sei es gelungen, „einen Roman zu schreiben, der die erste Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts erfasst und genauesten zu benennen vermag. Es ist das Jahrhundert von Hitler und Stalin, die Europa und der Welt ihr angst- und grauenerregendes Siegel aufprägten, die nicht allein ihre Völker und Länder in mörderische Ideologien führten und einen zweiten Weltkrieg entfachten“, so Hein. „Mensching verortet seinen europäischen Jahrhundertroman an einem einzigen Fleck, einer winzigen und völlig entlegenen Ortschaft, in Safranowka, dem GULAG ITL 47. Ihm gelingt es, dieses winzige Lager im unwirtlichen Sibirien zum Dreh- und Angelpunkt seines gewaltigen Werkes zu machen, einer Arbeit, die minutiös genau ist, faktenreich und quellensicher.“

Steffen Mensching studierte an der HU Berlin Kulturwissenschaft und arbeitete viele Jahre als freiberuflicher Autor, Schauspieler, Clown und Regisseur. Seit der Saison 2008/09 ist er Intendant am Theater Rudolstadt. Zu seinen Veröffentlichungen zählen die Gedichtsammlung „Erinnerung an eine Milchglasscheibe“ (1979) sowie die Romane „Jacobs Leiter“ (2003) und „Lustigs Flucht“ (2005).

Der Erich Fried Preis wird vom Bundeskanzleramt gestiftet und von der Internationalen Erich Fried Gesellschaft vergeben. Zuletzt erhielten Teresa Präauer (2017) und der Schweizer Autor Ralph Dutli (2018) die Auszeichnung.

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Die Erich Fried Tage finden heuer von 26. November bis 1. Dezember im Literaturhaus Wien statt. Auf dem noch nicht im Detail bekannten Programm stehen laut Ankündigung „neben internationalen Buchpräsentationen Debatten und Lectures über Angst, Angstmache, aber auch Strategien der Angstüberwindung“.




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