Letztes Update am Mi, 04.09.2019 19:47

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Hurrikan „Dorian“ hinterließ Zerstörung auf den Bahamas



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„Dorian“ hat endlich von den Bahamas abgelassen - nun wird allmählich die Zerstörung deutlich, die der Hurrikan auf den nördlichen Inseln Abaco und Grand Bahama hinterlassen hat. Bilder aus der Luft und Satellitenaufnahmen zeigten weitläufig verwüstete und überschwemmte Landstriche. Premierminister Hubert Minnis sagte am Dienstagabend, neben den sieben Todesopfern sei mit weiteren zu rechnen.

Solange sich der Wirbelsturm bis Dienstag praktisch über der Insel Grand Bahama festgesetzt hatte, waren Rettungseinsätze nahezu unmöglich. Mehr als 60 Prozent des 6.000-Einwohner-Ortes Marsh Harbour seien beschädigt, sagte Minnis, nachdem er sich erstmals aus der Luft ein Bild der Lage auf den Abaco-Inseln gemacht hatte. Die Armensiedlung The Mudd, in der vor allem haitianische Einwanderer lebten, wurde nach seinen Worten komplett zerstört. Viele der dort lebenden Menschen hatten nach Angaben der Regierung zuvor bereitgestellte Notunterkünfte aufgesucht, wenn auch nicht alle den Evakuierungs-Aufforderungen nachgekommen waren.

Insgesamt lebten etwa 76.000 Menschen in den besonders betroffenen Gebieten. Im staatlichen Rundfunk und in sozialen Medien meldeten sich zahlreiche Bahamaer, die Angehörige vermissten. In weiten Teilen der Inseln war der Mobilfunk gestört.

Der Wirbelsturm hatte am Sonntag zuerst die Abaco-Inseln im Nordosten des Karibikstaates getroffen und dabei Windböen von fast 300 Kilometern pro Stunde entwickelt. Er gehörte damit zu den Hurrikans der gefährlichsten Kategorie fünf. Es handelte sich um den verheerendsten Wirbelsturm auf den Bahamas seit Beginn moderner Aufzeichnungen. Am Montag war „Dorian“ über die Insel Grand Bahama gezogen und hatte sich nur noch quälend langsam weiter bewegt.

„Dorian“ verlief indes für den US-Bundesstaat Florida nach Ansicht von Präsident Donald Trump noch einmal glimpflich. Für die weiter nördlich liegenden Bundesstaaten South Carolina und North Carolina sei die Gefahr aber noch nicht gebannt, sagte Trump am Mittwoch im Weißen Haus. Anders als ursprünglich befürchtet sei der Hurrikan in Florida nicht auf Land getroffen.

Die Zerstörung auf den Bahamas wiederum sei verheerend, sagte Trump. „Wenige Menschen haben so etwas zuvor gesehen“, erklärte er. Die Küstenwache sei bereits mit Helikoptern an Ort und Stelle und die USA stünden bereit, dem Nachbarland auf Anfrage auch weiterhin zu helfen, eventuell auch mit dem Militär. „Wir helfen viel“, sagte Trump.

Der Kommandant der Küstenwache, Admiral Karl Schultz, erklärte, am Mittwoch seien etwa 50 Menschen aus überfluteten Gebieten gerettet worden. Der Flughafen auf der Insel Grand Bahama stehe weitgehend unter Wasser, deswegen könnten Hilfsgüter aus Florida oder Puerto Rico derzeit nur per Hubschrauber eingeflogen werden, sagte Schultz.

Die nördlichen Inseln der Bahamas wurden von dem Hurrikan von Sonntag bis Dienstag mit voller Wucht getroffen, weite Inselteile wurden überschwemmt und Tausende Häuser schwer beschädigt oder zerstört. „Dorian“ ist inzwischen ein Hurrikan der Stufe zwei von fünf und zieht vor der Südostküste der USA langsam nach Norden.

Der Sturm bringt Windgeschwindigkeiten von bis zu 165 Kilometer pro Stunde. Am Donnerstag soll der Wirbelsturm von Georgia kommend nahe an der Küste oder über der Küste der Carolinas entlang ziehen. In den betroffenen Bundesstaaten wurde vorsorglich der Notstand verhängt, die Behörden ordneten die Evakuierung von weiten Teilen der Küste an.




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