Letztes Update am Mi, 04.09.2019 21:03

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Salzburger Marcel Hirscher erklärte sein Karriereende



Österreichs erfolgreichster Alpin-Skifahrer aller Zeiten hat seine aktive Karriere beendet. Marcel Hirscher gab am Mittwoch in Salzburg seinen Rücktritt bekannt, in der er u.a. zweimal Olympia-Gold, sieben WM-Titel sowie acht Gesamtweltcup-Siege geholt hat. Mit 67 Weltcupsiegen reihte er sich im Herren-Skizirkus im ewigen Ranking hinter dem Schweden Ingemar Stenmark (86) auf Rang zwei ein.

Österreichs fünffacher Sportler des Jahres macht es bei einer viel erwarteten Pressekonferenz im Salzburger Gusswerk kurz: „Es ist der Tag, an dem ich meine aktive Karriere beenden werde“, sagte der vom Liechtensteiner Ex-Skirennläufer Marco Büchel interviewte 30-jährige Hirscher. Der langjährige ÖSV-Star bedankte sich bei seiner Familie, bei seinen Eltern, speziell bei seinem Vater (Ferdinand, Anm.), seiner Frau (Laura) und den Skifans.

Hirscher gab an, dass seine Entscheidung zum Rücktritt vor rund zwei Wochen in ihm gereift sei. „Es gibt sehr viele Gründe dafür“, erklärte der Annaberger. „Es ist die Summe aus vielen Gründen, die mich dazu gebracht haben.“ Die Motivation zu finden, sei immer schwieriger, zudem sei die Zeit zur Regeneration immer knapper. „Der Sommer wird fast zu kurz, um die Zeit zu haben, um zu regenerieren.“

Er sei aber auch froh, zwölf Jahre auf hohem Niveau ohne große Verletzung gehabt zu haben. „Ich glaube, dass ich wahnsinnig Glück habe, dass ich mit zwei gesunde Knie nach Hause fahren darf.“ Es sei eine schlaue Entscheidung, seine Karriere zu diesem Zeitpunkt zu beenden. Auf seine Karriere blicke er gerne zurück. „Ich bin stolz auf das, was ich zusammengebracht habe. Ich würde es genauso noch einmal machen.“

Auch die Salzburger Landespolitik würdigte wort- und metaphernreich „den besten Skifahrer aller Zeiten“. „Er war auf der einen Seite Dynamit auf der Piste, auf der anderen Seite locker und lässig, aber immer am Boden der Tatsachen“, teilte Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) mit. „Er war und bleibt mit seinen Erfolgen und seiner Art ein Vorbild“, so Haslauer weiter. Er wünsche Hirscher alles Gute für den neuen Lebensabschnitt. Er sei sich sicher, dass er auch da die eine oder andere Überraschung liefere.

Sportlandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) zeigte sich angesichts des Karriereendes des Annabergers „ein bisschen traurig“. „Sportlich wie menschlich ist Marcel ein großes Vorbild. Das ist abgesehen von den vielen Medaillen und Siegen wohl eine seiner größten Leistungen, dass er der ist, der er ist.“ Wie Hirscher mit seinen Erfolgen umgegangen sei und wie er darauf hingearbeitet habe, das fasziniere und motiviere junge Sportlerinnen und Sportler.




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