Letztes Update am Do, 05.09.2019 15:21

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ausläufer von Hurrikan „Dorian“ trafen auf Ostküste der USA



Die ersten Ausläufer des Hurrikans „Dorian“ haben die US-Ostküste erreicht. In der Nacht auf Donnerstag trafen starker Regen und heftigen Winde auf die Küstengebiete der Bundesstaaten North und South Carolina. Teile der Innenstadt von Charleston in South Carolina waren bereits überschwemmt, Dutzende Straßen wurden gesperrt. Auf den Bahamas hatte der Sturm mindestens zwanzig Todesopfer gefordert.

Videoaufnahmen zeigen Menschen, die in Charleston in Kajaks durch knietiefes Wasser paddeln. Meteorologen warnten vor Sturzfluten. Bei Tagesanbruch war der Sturm noch 80 Meilen (130 Kilometer) südöstlich entfernt von Charleston. Nach Angaben des Nationalen Hurrikanzentrums (NHC) bewegte er sich mit 115 Meilen pro Stunde (185 km/h) in nördliche Richtung entlang der Küste.

Der Hurrikan hatte zuletzt wieder an Stärke gewonnen und wurde vom NHC auf einen Sturm der Kategorie drei hochgestuft. „Dorian“ - einer der stärksten jemals registrierten Tropenstürme im Atlantik - hatte mit Windgeschwindigkeiten von fast 300 Stundenkilometern auf den Bahamas gewütet. Bahamas Ministerpräsident Hubert Minnis sprach am Mittwoch von einem „Desaster für Generationen“.

In dem Urlaubsparadies wird erst jetzt das ganze Ausmaß der Zerstörung durch Hurrikan „Dorian“ deutlich: Die Regierung musste die Zahl der Opfer von sieben auf 20 nach oben korrigieren, zehntausende Menschen sind auf Hilfe angewiesen, ganze Landstriche sind zerstört und schwer zugänglich. Die Regierung befürchtet noch mehr Tote, da die Suche nach möglichen Opfern in überschwemmten Häusern gerade erst begonnen habe. US-Präsident Donald Trump sagte Minnis US-Hilfe zu, wie ein Sprecher im Weißen Haus sagte.

Nach Angaben der UNO benötigen etwa 70.000 Menschen auf den Bahamas „sofortige Hilfe“. Die Menschen bräuchten Lebensmittel, Wasser, Unterkünfte und Medikamente, sagte der UN-Chef für humanitäre Angelegenheiten, Mark Lowcock, bei einem Kurzbesuch auf den Bahamas. Die Vereinten Nationen hätten eine Soforthilfe von einer Million Dollar (900.000 Euro) zur Verfügung gestellt.

Minnis warnte auch davor, dass Plünderer „im vollen Umfang des Gesetzes“ verfolgt werden. Polizei und Sicherheitskräfte seien aus diesem Grund zusätzlich im Einsatz.

Die US-Küstenwache und die britische Royal Navy flogen unterdessen Überlebende aus und lieferten Notfallausrüstung in die betroffenen Gebiete. Mit Aufklärungsflügen lieferten sie ein Lagebild aus der Luft. Aufnahmen zeigen die verheerenden Schäden: Hunderte Häuser ohne Dächer, umgekippte Fahrzeuge, in Einzelteile zerlegte Boote.




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