Letztes Update am Fr, 06.09.2019 10:16

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Taliban griffen erneut Provinzhauptstadt in Afghanistan an



Die radikalislamischen Taliban haben erneut eine Provinzhauptstadt in Afghanistan angegriffen. Provinzräten zufolge seien in der Nacht auf Freitag Taliban-Kämpfer aus drei Richtungen in die westliche Stadt Farah vorgedrungen. Dabei konnten sie ein Rekrutierungszentrum der Armee einnehmen. In der Folge wollten sie das Polizeihauptquartier der Stadt stürmen. Über Opfer gebe es noch keine Berichte.

Drohnenangriffe auf ihre Positionen in der Stadt hätten ihren Vormarsch aber verlangsamt, hieß es weiter. Die Sicherheitslage in der an den Iran grenzenden Provinz Farah hat sich seit dem Vorjahr massiv verschlechtert. Hunderte Polizisten und Soldaten waren bei Taliban-Angriffen auf Kontrollposten und Basen getötet worden. Laut dem Provinzrat Abdul Samad Salehi haben die Regierungskräfte außerhalb von Farah-Stadt nur mehr drei kleine Basen mit Sicherheitskräften in drei Bezirken. In weiteren sieben Bezirken würden sie nicht einmal mehr einen Kontrollposten halten.

In der Nacht auf Freitag überfielen Taliban zudem eine Militärbasis in der nördlichen Provinz Baghlan. Provinzräten zufolge kamen dabei zwischen sechs und 20 Soldaten ums Leben. Gefechte gibt es zudem am Sicherheitsgürtel rund um die Provinzhauptstadt Maidan Shahr.

Vergangene Woche hatten die Taliban eine massive Angriffswelle in Afghanistan gestartet. Erst versuchten sie, die nördliche Stadt Kunduz zu überrennen. Einen Tag später griffen sie Pul-e Khumri an, dort sind Taliban-Kämpfer weiter in der Stadt. In Kabul detonierten zwei massive Autobomben. Dutzende Menschen kamen ums Leben.

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Die Taliban stehen kurz vor einem Abkommen mit den USA über Wege zu Frieden in Afghanistan. Beobachtern zufolge sehen sie militärische Gewinne als wichtiges Druckmittel in den Verhandlungen. Die Taliban rechtfertigen ihre Angriffe auch damit, dass auch die Regierung ihre Angriffe weiterführe. Eine USA-Taliban-Einigung soll in der Folge zu innerafghanischen Friedensgesprächen führen.




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