Letztes Update am Fr, 06.09.2019 11:09

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


ÖGK: Leistungsharmonisierung wird noch einige Jahre dauern



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Er hoffe zwar, dass es auch früher gehen werde, aber man darf sich nicht erwarten, dass mit 1. Jänner alles erledigt ist. Die Prozesse würden noch einige Jahre dauern. Eine Verzögerung durch die Neuwahl erwartet Wurzer allerdings nicht.

Skeptisch ist der ÖGK-Generaldirektor bezüglich einer späteren Harmonisierung auch mit Selbstständigen und Beamten. Er begründet dies mit den dort praktizierten Selbstbehalten und mit verfassungsrechtlichen Problemen.

Bezüglich der Fusionskosten teilte Wurzer mit, dass für heuer 7,1 Millionen Euro beschlossen wurden, wovon 4,4 Mio. schon beauftragt seien. Er geht allerdings davon aus, dass da noch einiges dazukommen wird. Wie hoch die Fusionskosten letztlich sein werden, konnte er nicht abschätzen. Das werde auch davon abhängen, was man alles einrechne. Von einem von Kritikern kolportierten dreistelligen Millionenbetrag geht er jedoch nicht aus.

Zu den kritisierten Kosten für das Logo stellte Wurzer klar, dass 400.000 Euro für den gesamten Rahmen für das Corporate Design aufgewendet werden. Darin sei nicht nur das Honorar für den Grafiker, sondern unter anderem auch die Nutzungsrechte enthalten.

Die Verträge mit den Ärzten gehen von den Gebietskrankenkassen auf die ÖGK über. Der Auftrag lautet aber, mittelfristig einen österreichweiten Gesamtvertrag mit einem gemeinsamen Leistungsspektrum zu verhandeln. Die Honorare für die Ärzte sollen jedoch weiter auf Landesebene vereinbart werden, um auf regionale Unterschiede eingehen zu können.

Während die Ärzte jetzt schon Fremdpatienten aus anderen Bundesländern mit ihrer Landeskasse abrechnen, sollen ab 1. Jänner auch andere Vertragspartner wie etwa Bandagisten nur noch mit einem Vertragspartner abrechnen. Wenn Dienstgeber Beschäftigte in mehreren Bundesländern haben, besitzen sie derzeit auch bei allen GKKs ein Konto. Das soll zwar vorerst auch noch so bleiben, aber von den verschiedenen Konten werden ab 1. Jänner Salden gebildet und es gibt für den Dienstgeber nur noch einen Ansprechpartner.

Um einen vor allem für die Versicherten möglichst reibungsfreien Start der ÖGK mit 1. Jänner zu gewährleisten, wurden aus mehr als 2.700 Fragestellungen 21 Arbeitsgruppen gebildet, in denen rund 600 Mitarbeiter der derzeitigen Kassen insgesamt 62 Projekte abarbeiten. Neben den beiden oben genannten Themen reichen diese Projekte von einer reibungslosen Umstellung des e-card-Systems über die Zusammenführung der Finanz- und Zahlungssysteme bis hin zu den Chefarztbewilligungen und die Entwicklung neuer Therapien.

Die Zentrale der ÖGK soll relativ klein gehalten werden und im jetzigen Ausweichquartier des Hauptverbandes in Wien untergebracht werden. Strukturiert werden soll die ÖGK in elf Fachbereiche, wobei deren Leiter in den Bundesländern sitzen sollen. Von den derzeit rund 12.000 Mitarbeitern in den Krankenkassen werden in den nächsten fünf Jahren etwa ein Drittel in Pension gehen.

Wieviele davon nicht nachbesetzt werden, konnte Wurzer noch nicht sagen. Der künftig verkleinerte Dachverband soll in das derzeit renovierte und ausgebaute Gebäude des jetzigen Hauptverbandes in der Kundmanngasse zurückkehren. Bisher war geplant, dass drei Geschoße in dem neuen Gebäude vermietet werden, nachdem der Dachverband aber kleiner wird, sollen nun mehr vermietet werden.




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