Letztes Update am Fr, 06.09.2019 15:40

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Airpower19 startete im obersteirischen Zeltweg



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So kühl hat die Airpower, die zweitägige Flugshow von Heer, Land Steiermark und Red Bull selten begonnen: Etwa zwölf Grad Celsius zeigte das Thermometer am Freitag, es nieselte, als die Douglas DC6B der Flying Bulls über die Startbahn des obersteirischen Fliegerhorstes Hinterstoisser in Zeltweg flog. Knapp danach hoben zwei Eurofighter des Bundesheeres ab, quasi als Vorhut der über 200 Fluggeräte.

Das nasskalte Wetter im Aichfeld tat dem Zustrom der Besucher offenbar keinen Abbruch, die allermeisten waren mit Hüten und Regenjacken bestens ausgerüstet und ebensolcher Laune. Die kontrollierenden Soldaten des Jägerbataillons Burgenland und der Wachkompanie Deutschlandsberg waren bereits ordentlich durchnässt, als das Gros der Zuseher eintraf. Gegen 14.30 Uhr schätzte das Bundesheer, dass sich rund 40.000 Zuseher am Gelände befanden, bei stärkerem Zustrom als am Vormittag, wobei der erste Tag immer der besucherschwächere Tag war.

Die Höchstmarke an Besuchern von 150.000 am ersten Tag zu erreichen dürfte allerdings wegen des Nieselregens schwierig sein. Die Wolken hoben sich jedenfalls am frühen Vormittag, laut den Veranstaltern sollte es keine Probleme beim Flugbetrieb geben. „Den Maschinen macht das Nieseln nichts“, sagte ein Offizier.

Generalstabschef Robert Brieger und Airpower-Projektleiter Arnold Staudacher nutzten ein Pressegespräch am Freitag dazu, um auf Mittelbedarf für das Heer hinzuweisen. Man brauche dringend die Investitionen, er gehe davon aus, dass sich die nächste Regierung an die Zusage des Hubschrauber-Pakets halte, sagte Brieger.

Er hoffe, dass die nächste Regierung die Zusage der türkisblauen Regierung für das Helikopter-Paket übernehme, sagte der Generalstabschef. Dabei geht es um die Beschaffung von leichten Hubschraubern als Alouette III-Nachfolger bzw. der Ergänzung der Blackhawk-Staffel um drei Maschinen. Priorität vor einer Entscheidung über einen Weiterbetrieb des Eurofighter habe die Beschaffung eines Nachfolgemusters für die rund 50 Jahre alten Saab 105Ö Trainer und Luftraumüberwachungsflugzeuge.

Auf die Frage nach der Umschichtung von Mittel aus dem Ausbildungsbudget für die Abhaltung der Airpower sagte Brieger vor Journalisten, man müsse zugestehen, dass die Vorbereitungen für die Flugshow schon weit gediehen gewesen seien. Die Airpower sei ja auch ausbildungsmäßig nutzbar, hinsichtlich Flugleistungen und Bodenorganisation. „Das scheint mir verkraftbar. Aber natürlich wäre ich froh, wenn wir auch das Geld für große Verbandsübungen wie auf Brigadeebene hätten“, so der Generalstabschef.

Brigadier Staudacher meinte zur Abhaltung der Airpower, deren Finanzierung mit Ach und Krach zustande kam: „Da stand schon die Glaubwürdigkeit auch auf dem Spiel. Es sind ja auch schon Verträge abgeschlossen worden.“ Zur Kritik an der Airshow als klimafeindliche Veranstaltung sagte Staudacher: „Das Triebwerk, das kein CO2 ausstößt, ist noch nicht erfunden. Und wenn, könnte es sich das Bundesheer nicht leisten.“ Ein Tag Airpower in Zeltweg emittiere gleich viel CO2 wie ein Tag des Betriebs des Zivilflughafens Graz, und dieser sei keiner von den großen Airports. Und die Airpower findet nur alle drei Jahre statt. Da werde in der Diskussion einiges aus dem Zusammenhang gerissen, sagte Staudacher.

Eine Airpower auch künftig alle drei Jahre sei zweckmäßig, wenn auch Geld für andere Übungen da sei, sagte der Brigadier. Gebe es einen kürzeren Rhythmus wie etwa alle zwei Jahre, dann müsste man schon wieder zu planen beginnen, wenn die Tore zum Gelände gerade erst geschlossen würden. Die Airpower sei ja auch ein Kristallisationspunkt der Kontakte und der guten Beziehungen, vor allem mit den Nachbarstaaten.




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