Letztes Update am Fr, 06.09.2019 22:34

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bewohner in North Carolina wegen „Dorian“ eingeschlossen



Im US-Bundesstaat North Carolina sitzen Hunderte Bewohner einer vom Hurrikan „Dorian“ betroffenen Insel fest. Die Situation sei Grund für „bedeutende Sorge“, sagte der Gouverneur des Bundesstaats, Roy Cooper, am Freitag. Bergungsteams stünden bereit, könnten die Insel Ocracoke aber erst erreichen, wenn sich der Sturm wieder abgeschwächt habe, sagte Cooper.

Auf Bildern der Insel waren schwere Überflutungen zu sehen. Der Hurrikan war am Freitagmorgen direkt über die Inselgruppe Outer Banks hinweggezogen. Auf der dazugehörigen Insel Ocracoke leben knapp 1000 Menschen. Es war zunächst nicht klar, wieso sie nicht vor dem Eintreffen des Sturms wie von den Behörden angeordnet Schutz im Landesinneren gesucht hatten. In den küstennahen Bereichen North Carolinas waren wegen des Sturms rund 200.000 Haushalte ohne Strom.

„Dorian“ traf als Hurrikan der Kategorie eins von fünf auf die US-Küste und brachte Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde mit sich. Am Freitagnachmittag (Ortszeit) sollte der Sturm wieder vor der US-Küste in nordöstlicher Richtung weiterziehen.

Nach der tödlichen Verwüstung auf den Bahamas hatte Hurrikan „Dorian“ zunächst an Kraft verloren. Auf den Bahamas befürchten die Behörden indes, dass die bestätigte Zahl von 30 Toten deutlich höher ausfallen wird. Dort war „Dorian“ als Hurrikan der höchsten Kategorie 5 mit Windgeschwindigkeiten von fast 300 Kilometern pro Stunde auf Land getroffen.

Premier Hubert Minnis bestätigte 30 Todesopfer. Gesundheitsminister Duane Sands deutete aber an, dass es dabei längst nicht bleiben werde: „Ich glaube, die Zahl wird überwältigend sein“, sagte er im Rundfunk. Angesichts der Zerstörung kommen die Helfer nur schwer in die betroffenen Gebiete. Die EU hat unterdessen 500.000 Euro Soforthilfe für die Bahamas zugesagt.

Nach den verheerenden Zerstörungen wollen sich auch europäische Soldaten am Hilfseinsatz in der Karibik beteiligen. 70 deutsche Soldaten an Bord des niederländischen Marineschiffs „Johan de Witt“ sollen humanitäre Hilfe auf den Bahamas leisten, wie die Deutsche Bundeswehr am Freitag mitteilte.

Das Hauptaugenmerk liege auf der Versorgung der Bevölkerung „mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Medikamenten sowie der Herstellung eines Lagebildes bezüglich entstandener Schäden an der Infrastruktur“.




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