Letztes Update am Sa, 07.09.2019 22:38

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Arbeitsministerin Rudd zurückgetreten



Die Absetzbewegung vom umstrittenen britischen Premierminister Boris Johnson hält an: Die einflussreiche Arbeitsministerin Amber Rudd hat am Samstagabend aus Protest gegen den Fraktionsausschluss führender konservativer Abgeordneter im Brexit-Streit ihren Rücktritt erklärt. Sie könne nicht zuschauen, wenn loyale Konservative rausgeschmissen werden, betonte Rudd.

Der Rücktritt gilt als schwerer Schlag für Johnson, galt Rudd doch als eine der letzten gemäßigten Politikerinnen im Kabinett des Brexit-Hardliners. Er will das Vereinigte Königreich um jeden Preis mit dem 31. Oktober aus der Europäischen Union führen und will sich sogar über ein am Mittwoch vom Unterhaus beschlossenes Gesetz hinwegsetzen, das einen No-Deal-Brexit ausschließt.

Unterdessen kam es bei Protesten für und gegen den EU-Austritt Großbritanniens in London teilweise zu bedrohlichen Szenen. Wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete, musste die Polizei die jeweils mehrere Hundert Menschen starken Gruppen am Parliament Square auseinanderhalten. Vereinzelt soll es zu gewaltsamen Übergriffen der als rechtsextremistisch geltenden Fußballfan-Vereinigung Football Lads Alliance (FLA) auf Brexit-Gegner und Polizeibeamte gekommen sein. Die FLA hatte ihre Anhänger zur Demo für den Brexit aufgerufen.

Die ehemalige konservative Parlamentsabgeordnete und Brexit-Gegnerin Anna Soubry sagte aus Angst vor Attacken der Fußballfans ihre geplante Rede am Parliament Square ab. „Ich bin eine Parlamentarierin und ich habe das Recht zu sprechen und ich sollte keine Angst haben, aber es ist sehr, sehr, sehr verstörend und ich habe eigentlich sehr große Angst“, sagte Soubry laut PA. Vor dem Regierungssitz Downing Street forderten Hunderte Demonstranten den Rücktritt von Premierminister Johnson.




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