Letztes Update am So, 08.09.2019 11:52

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Papst in Madagaskar bei Sozialprojekt mit „Kärntner Dorf“



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Papst Franziskus besucht am Sonntag in Madagaskar ein Wohn- und Beschäftigungsprojekt für ehemalige Bewohner von Mülldeponien, das auch mit Hilfe von Spenden aus Österreich finanziert worden ist. Das „Kärntner Dorf“ ist Teil des Projekts „Akamasoa“ bei dem Häuser, Werkstätten und Schulen gebaut werden, um den Menschen eine neue Lebensperspektive zu geben.

Von den insgesamt 1.400 Häusern die bereits errichtet wurden, sind 480 durch Benefizkonzerte, Initiativen in Pfarren und private Spenden aus Kärnten ermöglicht worden, wie Josef Kopeinig, langjähriger Rektor des kirchlichen Bildungshauses Sodalitas im Kärntner Tainach, im Interview mit Kathpress schildert.

Kopeinigt, machte das Projekt „Akamasoa“ schon vor etlichen Jahren in Österreich bekannt. Ursprünglich wollte er durch seine Initiative mit Geldern aus Österreich 20 bis 30 Häuser finanzieren. Mittlerweile strebt er ein deutlich größeres Ziel an: „So Gott will schaffen wir es noch dieses Jahr das 500. Haus zu bauen.“

Dass nun der Papst sein „Herzensprojekt“ besichtigt, freut Kopeinig ganz besonders. Schon im vergangenen Jahr konnte Kopeinig zusammen mit dem Gründer von „Akamasoa“, dem katholischen Missionar Pedro Opeka, bei einer Audienz im Vatikan mit Franziskus über das Projekt auf Madagaskar sprechen. „Pedro Opeka und Papst Franziskus stammen beide aus Buenos Aires. Bei unserem Gespräch ist gegenüber dem Papst auch eine Einladung ausgesprochen worden, nach Akamasoa zu kommen. Deshalb war unser Besuch sicherlich auch ein Anstoß für den Papst nach Madagaskar zu reisen“, erinnert er sich an die Begegnung.

Bei einer Messe mit rund einer Million Gläubigen in Madagaskar warnte der Papst vor sozialer Ausgrenzung und der Instrumentalisierung von Religionen und Volkszugehörigkeiten für egoistische Zwecke. Auf der zweiten Etappe seiner Afrikareise warb das Oberhaupt der katholischen Kirche am Sonntag für eine Kultur des Miteinanders.

Das Leid der Menschen sei nicht Gottes Plan, sagte er auf einer nördlich der Hauptstadt Antananarivo gelegenen Freifläche. Wer Gottes Namen oder Religion missbrauche, „um Akte der Gewalt, der Spaltung und sogar des Mordens, der Verbannung, des Terrorismus und der Ausgrenzung“ zu rechtfertigen, handle nicht in christlichem Sinne.

„Wenn die „Verwandtschaft“ zum entscheidenden und maßgeblichen Schlüssel all dessen wird, was richtig und gut ist, führt dies schließlich dazu, dass einige Verhaltensweisen gerechtfertigt oder sogar ‚für heilig erklärt‘ werden, die zu einer Kultur des Privilegs und des Exklusivismus führen“ erklärte der Papst. Es sei die Versuchung, sich in seine eigene kleine Welt zu verschließen, die wenig Raum für andere lasse.

Nach Vatikan-Angaben waren trotz windig-kühlen Wetters seit dem Vorabend rund eine Million Menschen zum Freigelände auf dem Diözesanzentrum von Soamandrakizay geströmt. Singend, tanzend und zum Teil in bunte Gewänder gekleidet feierten sie mit Vatikan-Fähnchen in der Hand die Sonntagsmesse mit dem Papst.




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