Letztes Update am So, 08.09.2019 21:04

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Foda fordert „klares Gesicht“ von ÖFB-Team in Polen



Nach drei Siegen in Serie wartet auf Österreichs Fußball-Nationalteam am Montag (20.45 Uhr/live ORF 1) in Warschau die große Bewährungsprobe. Gleichzeitig ist es eine große Chance. Mit einem Sieg in Polen würden die Österreicher den Gastgeber in der EM-Quali-Gruppe G sogar als Tabellenführer ablösen.

ÖFB-Teamchef Franco Foda kündigte einen offensiven Auftritt an. „Wir wollen selbst die Initiative im Spiel nach vorne ergreifen“, betonte der Deutsche. Die Mannschaft sei derzeit sehr gefestigt. „Jeder Punkt ist wichtig, das zeigt die Tabellensituation. Wir wollen hier alles unternehmen, um Punkte mitzunehmen.“

Während das ÖFB-Team am Freitag mit einem 6:0-Kantersieg gegen Schlusslicht Lettland Selbstvertrauen getankt hat, kassierten die Polen mit einem 0:2 in Slowenien die erste Niederlage der laufenden Qualifikation. „Die polnische Mannschaft will sich rehabilitieren, das wissen wir“, erklärte Foda. „Aber alle Mannschaften in dieser Gruppe sind unter Druck, weil sie so eng ist.“

Die Polen führen bei Quali-Halbzeit drei Zähler vor Österreich. Einen weiteren Punkt dahinter lauern Slowenien und Israel, die sich zeitgleich in Ljubljana duellieren und im Oktober die nächsten beiden Gegner des ÖFB-Teams sind. „Wir haben auf jeden Fall unsere Ausgangsposition verbessert“, sagte Foda über die jüngsten drei Siege. „Wir sind voll im Rennen - unabhängig davon, wie das Spiel hier ausgeht.“

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Offen ist, ob Foda auf das zuletzt erfolgreiche 4-2-3-1-System setzt oder wegen der beiden polnischen Stürmerstars Robert Lewandowski und Krzysztof Piatek auf einen dritten Innenverteidiger zurückgreift. Eine Hybridlösung wäre Stefan Ilsanker, der zuletzt gegen Lettland (6:0) eingewechselt worden war und aus dem Abwehrzentrum auch ins Mittelfeld vorschieben könnte.

Fodas Aussagen lassen eher auf eine Beibehaltung der Viererkette schließen. „Wir sind variabel. Wir können mit beiden Systemen spielen, das haben wir in den letzten Monaten auch gezeigt“, sagte der frühere Sturm-Graz-Coach. Die Dreierkette sei eine Variante, zuletzt sei das Team mit der Viererkette aber sehr gut zurechtgekommen. „Vor allem im Offensivbereich waren wir sehr flexibel.“

Will man selbst initiativ sein, müsse man auch auf die bestmöglichen Optionen im Spiel nach vorne schauen, ergänzte Foda. Dort tauschten etwa Valentino Lazaro und David Alaba gegen Lettland mehrmals die Seiten. Mit einem zusätzlichen Innenverteidiger auf dem Platz würde Alaba dagegen wohl auf Kosten von Linksverteidiger Andreas Ulmer eine Etappe weiter nach hinten rücken müssen.

Das Tor wird aller Voraussicht nach Cican Stankovic hüten. „Er hat seine Sache gut gemacht“, sagte Foda über dessen ÖFB-Debüt. Gegen die Polen wird deutlich mehr Arbeit auf den Salzburg-Keeper zukommen als gegen Lettland. „Sie haben extrem viele Qualitäten im Offensivbereich. Aber sie haben auch Schwächen“, meinte Österreichs Teamchef. „Genaue diese Schwächen müssen wir bespielen.“

Die Polen gelten unter dem früheren Österreich-Legionär Jerzy Brzeczek nicht gerade als Ballbesitz-Truppe. Gerne überlassen sie dem Gegner das Spiel und setzen auf Umschaltmomente. Schon beim Heimspiel im März in Wien hatten die Österreicher mehr Spielanteile und Torschüsse, verloren durch einen Piatek-Treffer nach einem Corner aber 0:1.

Ziel sei es laut Foda, auch in Warschau spielbestimmend zu sein. „Das Wichtigste wird sein, dass die Mannschaft wieder über 90 Minuten ein klares Gesicht zeigt.“ Dann scheint auch der EM-Viertelfinalist von 2016 zu knacken. Ein Sieg wäre der erste der ÖFB-Geschichte in einem Pflichtspiel gegen Polen. Der Gastgeber liegt als Nummer 20 der FIFA-Weltrangliste sieben Positionen vor Österreich.

Abwehrchef Kamil Glik, der das Slowenien-Spiel wegen Oberschenkelproblemen verpasst hatte, dürfte Polen im mit 58.000 Zuschauern ausverkauften Stadion Narodowy (Nationalstadion) zur Verfügung stehen. Im Tor hat Brzeczek im Gegensatz zu Foda fast ein Luxusproblem: Wojciech Szczesny, die Nummer eins von Juventus Turin, soll unzufrieden sein, weil er sich im Nationalteam derzeit hinter Lukas Fabianski von West Ham als Ersatzmann anstellen muss.




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