Letztes Update am Mo, 09.09.2019 14:58

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Papst fordert auf Mauritius Einsatz für die Jugend



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Bei einem großen Gottesdienst auf der Insel Mauritius hat Papst Franziskus die Menschen zu besonderem Engagement für die Jugend aufgerufen. Trotz wirtschaftlichen Wachstums litten viele junge Menschen unter Arbeitslosigkeit und drohten, zu Opfern „neuer Formen der Sklaverei dieses 21. Jahrhunderts“ zu werden, sagte er laut Kathpress.

Um ihnen ein Vorbild zu sein, müssten Christen das Evangelium mit Freude leben, sagte Franziskus am Montag zu Mittag (Ortszeit; 10.00 Uhr MESZ) vor knapp 100.000 Gläubigen, unter ihnen auch die politischen Spitzen des Inselstaats im Indischen Ozean. Dabei „können wir nicht warten, dass alle uns gegenüber wohlwollend sind, weil Machtstreben und weltliche Interessen oft gegen uns spielen“, so der Papst weiter.

Vor der Messe am Fuße eines Berges über der Hauptstadt Port Louis wurde der Papst von den Menschen begeistert mit Palmzweigen in den Händen begrüßt. Neben Mauritianern waren auch Gläubige von den Seychellen, Reunion, den Komoren und anderen Inseln des Indischen Ozeans gekommen. An dem Wallfahrtsort Maria, Königin des Friedens hatte auch Papst Johannes Paul II. (1978-2005) beim bisher einzigen Papstbesuch auf Mauritius vor genau 30 Jahren eine Messe gefeiert.

In seiner Predigt nannte Papst Franziskus die Seligpreisungen aus dem Evangelium den „Personalausweis der Christen“. Jeder solle „auf seine Weise tun, was Jesus in den Seligpreisungen sagt“. Dabei erinnerte der Papst an den auf Mauritius verehrten französischen Missionar Jacques-Desire Laval (1803-1864). Dieser ging als erster christlicher Missionar aus Europa nach Mauritius. Dort kümmerte er sich vor allem um die 1839 auf der damaligen Kolonie freigelassenen Sklaven.

Der Papst war Montagfrüh von Madagaskar kommend in Mauritius gelandet. Nach einer Begegnung mit den Bischöfen der Region hält er am Nachmittag eine Ansprache vor Vertretern von Regierung, Diplomaten und Vertretern der Zivilgesellschaft. Am Abend fliegt Franziskus in die madagassische Hauptstadt Antananarivo zurück, um von dort Dienstag früh die Heimreise nach Rom anzutreten. Damit endet die rund einwöchige Südostafrikareise des Papstes nach Mosambik, Madagaskar und Mauritius.

Bei der Papst-Messe in Madagaskars Hauptstadt Antananarivo ist am Sonntag mindestens eine Pilgerin ums Leben gekommen. Zudem mussten mehr als 200 Gläubige im Krankenhaus behandelt werden, wie die Zeitung „L‘Express de Madagascar“ berichtete. Insgesamt hatten nach Angaben örtlicher Organisatoren rund eine Million Gläubige an dem Gottesdienst teilgenommen.

Laut „L‘Express de Madagascar“ setzten Wind und Wetter auf dem Freigelände im Norden Antananarivos den Pilgern zu, da viele von ihnen in Erwartung des Papstes im Freien übernachteten. Aufgewirbelter Staub habe für Atemwegsprobleme gesorgt; eine Pilgerin starb demnach aufgrund eines Asthmaanfalls. Weitere 212 Gläubige seien wegen Krampfanfällen, inneren Blutungen, Lebensmittelvergiftungen und anderen Beschwerden behandelt worden, hieß es laut Kathpress.




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