Letztes Update am Di, 10.09.2019 17:28

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Pompeo verdächtigt Iran geheimer Atom-Aktivitäten



US-Außenminister Mike Pompeo hat den Verdacht geäußert, dass der Iran geheimen atomaren Aktivitäten nachgeht. Pompeo warf Teheran am Dienstag vor, nicht komplett mit der Atomenergiebehörde IAEO zu kooperieren. Dies „wirft Fragen hinsichtlich möglichen undeklarierten nuklearen Materials oder nuklearer Aktivitäten auf“. Die internationale Gemeinschaft werde darauf aber „nicht hereinfallen“.

Der Iran hatte in den vergangenen Monaten mehrere Schritte zu seinem Rückzug aus dem internationalen Abkommen von 2015 zur Begrenzung seines Nuklearprogramms unternommen. Diese Schritte geschahen aber in aller Öffentlichkeit - Teheran reagierte damit darauf, dass US-Präsident Donald Trump das Abkommen im Mai 2018 einseitig aufgekündigt hatte und die US-Regierung daraufhin massive Wirtschaftssanktionen gegen den Iran in Kraft setzte.

Zuletzt hatte der Iran leistungsstärkere Zentrifugen zur Urananreicherung in Betrieb genommen als das Abkommen erlaubt. Bereits im Juli hatte das Land nach eigenen Angaben die in der Vereinbarung festgelegten Höchstgrenzen für die Lagerung und Anreicherung von Uran überschritten.

Teheran will mit seinem schrittweisen Rückzug aus dem Abkommen nicht zuletzt den Druck auf die Europäer erhöhen, mehr zur Aufrechterhaltung des Handels zu tun und somit die US-Sanktionen gegen den Iran abzufedern. Die Islamische Republik versichert, die bisherigen Schritte seien umkehrbar und kein Hindernis für weitere Verhandlungen.

Der Sprecher der iranischen Atomenergiebehörde, Behrus Kamalwandi, versicherte am vergangenen Wochenende zudem, dass sein Land der IAEO weiterhin transparent über seine Atom-Aktivitäten berichten wolle. IAEO-Inspekteure bekämen im selben Maße Zugang zu den iranischen Atomanlagen wie bisher. IAEO-Chef Cornel Feruta wollte dazu am Sonntag bei einem Besuch in Teheran keine öffentliche Einschätzung abgeben.




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