Letztes Update am Mi, 11.09.2019 09:40

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Russland erwartet nach Bolton keine bessere Beziehung zu USA



Russland rechnet nach dem Abtritt von US-Präsident Donald Trumps Sicherheitsberater John Bolton nicht mit einer raschen Verbesserung der bilateralen Beziehungen. In der Vergangenheit hätten Umbesetzungen in Washington nicht zu einer Normalisierung des Verhältnisses geführt, sagte Außenstaatssekretär Sergej Rjabkow am Mittwoch der Nachrichtenagentur RIA.

Bolton galt als außenpolitischer Hardliner vor allem in der Iran- und Nordkorea-Politik, empfahl aber auch eine harte Linie gegenüber Russland.

Experten zufolge steigt mit dem Abgang Boltons die Chance, dass die Gespräche mit Nordkorea über eine Denuklearisierung wieder aufgenommen werden. „Pjöngjang machte aus seiner Verachtung für Bolton keinen Hehl“, sagte Leif-Eric Easley, Professor an der Ewha-Universität in Seoul. Nordkoreas Machthaber „Kim Jong-un kann diesen Personalwechsel in Washington als Sieg in der nordkoreanischen Innenpolitik nutzen. Dies würde die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die Gespräche über die Denuklearisierung bald wieder aufgenommen werden.“

Der streitbare 70-Jährige Bolton soll sich mit vielen wichtigen Personen in Trumps Team angelegt haben. „Er hält sich nicht an Regeln“, sagte ein Insider aus Trumps Team. Einen Nachfolger will der Präsident kommende Woche bekanntgeben. Als Kandidat wurde unter anderem der stellvertretende Außenminister John Sullivan gehandelt, den Beobachter bisher als neuen US-Botschafter in Russland gesehen hatten. Auch Trumps Nordkorea-Gesandter Stephen Biegun werden Chancen auf den Posten eingeräumt.




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