Letztes Update am Mi, 11.09.2019 12:53

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Selbstmord als Ursache für Gasexplosion in Wien-Wieden



Nach der verheerenden Gasexplosion in einem Gemeindebau in Wien-Wieden mit zwei Toten Ende Juni steht nun die Ursache fest. Demnach war es tatsächlich, wie allgemein vermutet, Selbstmord. Das bestätigte die Wiener Polizei am Mittwoch. Ein Mann, der bei der Explosion starb, hatte die Gasleitung manipuliert. Der 22-Jährige hatte offenbar zuletzt massive Geldprobleme.

Der junge Mann hat auch eine 29-jährige Hausbewohnerin mit in den Tod gerissen. Dazu kamen 15 weitere Verletzte, zwei davon schwer. Zahlreiche Anrainer verloren durch die Explosion ihr Zuhause.

Laut Polizeisprecherin Irina Steirer erfolgte die Manipulation an einem Anschlussrohr in der Küche, wodurch Erdgas ungehindert in die Wohnung strömte. Die Zündung dürfte letztlich durch einen Schaltfunken oder durch offenes Feuer erfolgt sein.

Nach Informationen der APA dürfte der junge Mann sein Leben nicht in den Griff bekommen haben. Immer wieder dürfte er - unter anderem beruflich - gescheitert sein. Zuletzt kamen noch schwere Geldprobleme dazu. So soll er mit der Miete im Rückstand gewesen sein. Zwar dürfte die Gemeinde keinen oder wenig Druck auf den 22-Jährigen ausgeübt und sogar eine Ratenzahlung angeboten haben. Der Mann sah sich aber nicht in der Lage, seine Außenstände zu begleichen.

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Das Haus wurde inzwischen vollständig geschleift. Die Abrissarbeiten seien beendet, sagte eine Sprecherin von „Wiener Wohnen“ auf APA-Anfrage. Der abgetragene Gemeindebau befand sich an der Ecke Preßgasse/Schäffergasse. „Nächste Woche können die gesperrte Straße und die Parkplätze wieder freigegeben werden“, so die Sprecherin. Letzte Schuttreste würden in den kommenden Tagen noch weggeschafft.

Im Haus waren 30 Wohnungen untergebracht. Laut „Wiener Wohnen“ sind alle Mieter inzwischen in Ersatzwohnungen untergekommen - mit zwei Ausnahmen. Eine Person habe sich privat um eine neue Unterkunft gekümmert, eine zweite befinde sich noch im Krankenhaus.

Am Standort wird in den nächsten Jahren wieder ein Gemeindebau errichtet werden. Die Planungen laufen bereits, die behördliche Einreichung wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2020 erfolgen. Wann das Gebäude fertig sein wird, könne sie noch nicht sagen, meinte die Sprecherin. Allerdings: Derlei Projekte bedürften durchaus einige Jahre an Vorlaufzeit.

Fix ist, dass die bisherigen Mieter ein Rückkehrrecht haben, sobald die neuen Wohnungen fertig sind. Soll heißen: Sie können zu den selben Konditionen in eine ähnlich große Wohnung an der selben Adresse wieder einziehen.

finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.)




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