Letztes Update am Do, 12.09.2019 08:24

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kubas Staatschef kündigte Kraftstoffengpässe an



Kubas Staatschef Miguel Díaz-Canel hat Kraftstoffengpässe auf der sozialistischen Karibikinsel angekündigt. Vor allem mangele es an Diesel, sagte er am Mittwochabend im staatlichen Fernsehen. Der Präsident machte dafür verschärfte Sanktionen der USA verantwortlich. Washington setze Reedereien unter Druck, um die Versorgung der rund elf Millionen Einwohner zählenden Insel per Schiff zu verhindern.

Bis zum 14. September werde es keine neuen Diesel-Lieferungen geben, so Díaz-Canel. Für Oktober seien die Lieferungen dagegen garantiert. Probleme bei der Versorgung mit Lebensmitteln gebe es aber nicht, betonte der Staatschef. Die Diesel-Reserven sollen zur Stromversorgung der Haushalte benutzt werden. Einige wirtschaftliche Aktivitäten mit hohem Stromverbrauch sollen eingeschränkt werden. Es könne sein, dass der vorübergehende Mangel zu Engpässen beim öffentlichen Nahverkehr, dem Warentransport und der Stromerzeugung auf der auch bei Touristen beliebten Insel führe.

„Wir befinden uns nicht in einer Sonderperiode. Und so, wie wir in den vergangenen Jahren gearbeitet haben, sollte dies auch nicht dahin führen“, sagte Díaz-Canel. Als „Sonderperiode“ wurde die große Wirtschaftskrise nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre bezeichnet. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump gehe mit größerer Aggressivität gegen Kuba vor, beklagte Díaz-Canel.

Trump hat die Lockerungspolitik seines Vorgängers Barack Obama gegenüber Kuba zurückgedreht. Begründet wird dies mit der „Unterdrückung der Menschen Kubas“ und der Unterstützung Kubas für Venezuelas umstrittenen Präsidenten Nicolás Maduro. Die schwere Krise in dem südamerikanischen Land hat auch Kuba getroffen. Die Karibikinsel erhält von Venezuela Öl im Austausch für die Dienste entsandter Ärzte und verkauft dieses, um sich Devisen zu beschaffen. Die Öllieferungen sind aber stark zurückgegangen.




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