Letztes Update am Fr, 13.09.2019 12:29

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schwarzer Freitag in Paris wegen Streiks im Nahverkehr



Schwarzer Freitag in Paris: Wegen des größten Streiks im Nahverkehr seit zwölf Jahren hingen am Freitag zahlreiche Bewohner sowie Touristen in der französischen Hauptstadt fest. Beschäftigte der Nahverkehrsbetriebe protestierten damit am Freitag gegen Pensionsreformpläne der französischen Regierung.

Auf den wenigen offenen U-Bahn-Linien drängten sich in der Stoßzeit zahlreiche Menschen auf den Bahnsteigen und warteten. Nur jeder dritte Bus fuhr. Zahlreiche Pendler nahmen deshalb das Auto: Rund um die Hauptstadt bildeten sich Staus von mehr als 200 Kilometern Länge. Die Nahverkehrsgesellschaft RATP hatte die Passagiere aufgefordert, auf nicht notwendige Fahrten zu verzichten.

Zu den Streiks aufgerufen haben alle großen Gewerkschaften. Sie sprachen von einem „ersten Warnschuss“ gegen die Pensionspläne der Regierung. Budgetminister Gérald Darmanin äußerte sich im Radiosender Europe 1 „erstaunt“ über den Ausstand. Der Gesetzestext sei noch gar nicht fertig, die Regierung berate noch mit den Sozialpartnern, betonte er.

Für die Beschäftigten der Pariser Nahverkehrsbetriebe erwarten Gewerkschaften dadurch Einschnitte. Sie profitieren bei der Pension bisher von Sonderregeln und können beispielsweise früher in Rente gehen als andere Beschäftigte. Nach Angaben des französischen Rechnungshofs liegt das Antrittsalter bei Mitarbeitern der Nahverkehrsbetriebe im Schnitt bei 55,7 Jahren, im allgemeinen Pensionssystem dagegen bei 62 Jahren.

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Die Regierung will zur Vorbereitung bis Ende des Jahres Gespräche mit Sozialpartnern und Bürgern führen und strebt eine Parlamentsabstimmung bis zur Sommerpause 2020 an. Das neue System soll dann ab 2025 eingeführt werden.




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