Letztes Update am So, 15.09.2019 09:21

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Migranten der „Ocean Viking“ in Lampedusa angekommen



Auf der italienischen Insel Lampedusa hat in der Nacht die Landung der Migranten von Bord des Rettungsschiffes „Ocean Viking“ begonnen. Bis Sonntagfrüh ist laut der italienischen Nachrichtenagentur ANSA etwa die Hälfte der 82 Flüchtlinge an Land gegangen. Sie wurden mit kleinen Booten der Küstenwache an Land gebracht, da die „Ocean Viking“ selbst auf Reede - einem Ankerplatz vor dem Hafen - blieb.

Das Schiff wird von den Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen betrieben. „Die Teams von @SOSMedIntl und @MSF_Sea sind erleichtert, dass die Männer, Frauen und Kinder endlich einen sicheren Ort erreicht haben“, schrieb SOS Méditerranée auf Twitter.

Zuvor deutete SOS Méditerranée die Entscheidung Roms als ermutigendes Zeichen. „Nach 14 Monaten ist die Ocean Viking das erste zivile Rettungsschiff, das autorisiert Menschen an einen sicheren Ort in Italien bringt“, teilte die Organisation mit.

Lampedusas Bürgermeister Totò Martello bezeichnete die Zuweisung der nur 20 Quadratkilometer großen Insel gleichwohl als „unsinnig“, weil die „Ocean Viking“ viel näher an Porto Empedocle an der Südküste Siziliens gewesen sei. „Wir sind aufnahmebereit, aber nicht blöd“, sagte Martello.

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ANSA hatte unter Berufung auf italienische Regierungskreise zuvor gemeldet, Deutschland werde von den 82 Migranten 24 übernehmen. 24 weitere gingen an Frankreich und ebenfalls 24 blieben in Italien. Portugal würde acht und Luxemburg zwei Menschen übernehmen.

Das Schiff hatte am 8. September zunächst 50 Menschen gerettet. Einen Tag später übernahm es 34 gerettete Bootsflüchtlinge von dem kleinen Segelschiff „Josefa“. Zwei Menschen, eine schwangere Frau und ihr Mann, durften im Laufe der Woche von Bord und wurden nach Malta gebracht. Am Samstag erreichten laut Ansa 32 Migranten aus Tunesien mit zwei Booten Lampedusa aus eigener Kraft. Am Abend kam ein weiteres Boot mit 78 Migranten - vor allem Tunesier und Kameruner - in Lampedusa an.




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