Letztes Update am Do, 19.09.2019 11:24

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tunesier demonstrierten auf Lampedusa gegen Abschiebung



Eine Gruppe tunesischer Migranten, die in den vergangenen Tagen auf Lampedusa gelandet sind, haben am Donnerstag gegen ihre Abschiebung protestiert. Sie forderten eine Aufenthaltsgenehmigung in Italien. „Helft uns, nicht nach Tunesien zurückzukehren!“, war auf einem Plakat der Demonstranten zu lesen.

570 Personen sind laut Polizeiangaben in den vergangenen zwei Wochen auf Lampedusa eingetroffen. Im Auffanglager der Insel befinden sich mehr als 200 Personen, die Höchstzahl der vorgesehenen Plätze liegt bei 95 Personen.

Nicht ausgeschlossen wird, dass auch das Rettungsschiff „Ocean Viking“ mit 182 Geretteten an Bord auf Lampedusa landen könnte. Die „Ocean Viking“, die von SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen betrieben wird, wartet auf die Zuweisung eines Landehafens. Das NGO-Schiff hatte am Wochenende in Abstimmung mit der italienischen Regierung 82 im Mittelmeer gerettete Migranten zur Insel Lampedusa gebracht. Dies galt als Zeichen einer Änderung der italienischen Flüchtlingspolitik nach dem Ausscheiden der rechten Lega aus der Regierung.

Die Hilfsorganisationen Alarm Phone meldete indes, dass ein weiteres Migrantenboot mit 28 Personen an Bord in maltesischen Gewässern in Seenot geraten sei. Das Boot befinde sich 38 Seemeilen von Lampedusa entfernt. Die maltesischen Behörden hätten auf den Hilferuf nicht reagiert, berichtete Alarm Phone.

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Der rechtspopulistische Ex-Innenminister Matteo Salvini kritisierte am Donnerstag einmal mehr die Wende in der Migrationspolitik der vor zwei Wochen vereidigten Regierung von Fünf-Sterne-Bewegung und Sozialdemokraten (PD). „Migrantenlandungen auf Lampedusa und offene Häfen, eine Schande!“, so Salvini auf Facebook.




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