Letztes Update am Do, 19.09.2019 15:33

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


1.928 Nennungen für WM in Doha



Mehr als 1.900 Leichtathleten aus 209 Teams werden bei den Weltmeisterschaften in Katars Hauptstadt Doha an den Start gehen. Dies geht aus der vorläufigen Meldeliste hervor, die der Weltverband IAAF veröffentlichte. Die Titelkämpfe im Golf-Emirat beginnen am 27. September und dauern bis 6. Oktober. Österreichs Speerwerferin Victoria Hudson und Hürdenläuferin Beate Schrott bekamen keine Wildcards.

Insgesamt 1.928 Athleten - 889 Frauen und 1.039 Männer - wurden nach aktuellem Stand genannt. Österreich ist nur mit vier Athleten vertreten: Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger, Marathonläufer Lemawork Ketema sowie Ivona Dadic und Verena Preiner im Siebenkampf.

Russland wird nach IAAF-Angaben mit 29 Athleten antreten - allerdings erneut unter neutraler Flagge. Der russische Verband RUSAF ist seit 2015 wegen staatlich gelenkten Dopings gesperrt. Im US-Team steht auch Sprinterin Allyson Felix, die für die Staffel nominiert wurde. Mit 16 Medaillen ist die 33-Jährige die bis dato erfolgreichste Leichtathletin der WM-Geschichte. Für einen weiteren Superlativ sorgt der spanische Geher Jesus Angel Garcia: Der Weltmeister von 1993 ist bereits 49 Jahre alt - er wäre damit der älteste Sportler, der je an einer Leichtathletik-WM teilgenommen hat.

Österreichs Speerwerferin Victoria Hudson und Hürdenläuferin Beate Schrott, die das WM-Limit nur knapp verpasst hatten, erhielten keine Wildcards. Sie hatten mit dem vom Weltverband IAAF angekündigten Auffüllen der Starterfelder gerechnet, das nun aber in ihren Disziplinen nicht zur Anwendung kam. Darauf reagierten alle ÖLV-Beteiligten empört.

„Ich bin schockiert, das scheint ja noch willkürlicher zu sein, als ich ursprünglich gedacht habe. Ich arbeite seit zwei Jahren darauf hin, wieder bei einer WM dabei zu sein, und hätte gerne eine faire Chance gehabt. Das ist aber hier nicht der Fall, da die IAAF ihre eigenen Kriterien nicht erfüllt. Es ärgert mich total, so von etwas Ungewissem abhängig zu sein, ich bin momentan sehr wütend“, ärgerte sich Schrott. Die Olympia-Finalistin von 2012 hätte eigentlich den zweiten der vier noch offenen Auffüller-Startplätze bekommen müssen, betonte der Österreichische Leichtathletik-Verband (ÖLV).

ÖLV-Generalsekretär Helmut Baudis zeigte sich verärgert. „Die Nicht-Berücksichtigung von Victoria Hudson und Beate Schrott ist eine Farce. Zuerst wurden die Limits erhöht, um dann auf die gewünschte Teilnehmerzahl pro Bewerb auffüllen zu können. Die IAAF hat diesen Prozess jetzt aber so ungeschickt vollzogen, dass in zahlreichen Bewerben die ausgeschriebene Teilnehmerzahl nicht erreicht wurde“, erklärte Baudis. Mit derlei Vorgehen zerstöre man Karrieren. „Wir werden uns hier sicher schriftlich an die IAAF wenden, damit wir in einem Jahr bei der Olympia-Qualifikation nicht Ähnliches erleben. Diesen Athletinnen entgehen jetzt schon mögliche Bonus-Punkte für das Olympia-Ranking, die bei dieser WM vergeben werden.“

Auch ÖLV-Sportdirektor Gregor Högler zeigte ebenfalls keinerlei Verständnis für das Vorgehen. „Für Victoria und Beate ist es sehr schade, denn die beiden hätten sich einen Startplatz verdient und wurden dessen beraubt. Das angewandte Prozedere der IAAF ist denkbar ungeeignet und athletenfeindlich. Jetzt bleiben Startplätze frei, aber das ist dem Weltverband offenbar egal.“

Siebenkämpferin Sarah Lagger hätte hingegen eine Einladung erhalten. Die Juniorenvizeweltmeisterin hat ihre Saison aber bereits im August beendet und befindet sich derzeit im Höhentraining in Bolivien. Ihr WM-Startplatz sei daher zurückgegeben worden, so der ÖLV.




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