Letztes Update am Do, 19.09.2019 16:34

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Irans Außenminister warnt bei Angriff vor offenem Krieg



Nach der Bombardierung von Ölanlagen in Saudi-Arabien greifen sowohl der Iran als auch die USA zu harscher Rhetorik, die eine militärische Eskalation befürchten lässt. Der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif drohte am Donnerstag für den Fall eines Militärschlages der USA und Saudi-Arabiens mit einem „umfassenden Krieg“.

US-Außenminister Mike Pompeo traf wegen der Krise zu Gesprächen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ein. Am Mittwochabend hatte er den Angriff vom Wochenende bei einem Besuch in Saudi-Arabien als „kriegerischen Akt“ bezeichnet, für den Iran „zur Rechenschaft gezogen“ werden müsse.

Pompeo wollte sich bei den Gesprächen in Abu Dhabi mit Kronprinz Mohammed bin Zayed darum bemühen, Bündnispartner zu gewinnen, um dem Iran entschlossen gegenüberzutreten. Darum wollte er sich auch nächste Woche am Rande der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York bemühen. „Wir arbeiten daran, eine Koalition zu bilden, um einen Plan der Abschreckung zu entwickeln“, sagte er. US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch neue Iran-Sanktionen angekündigt. Unklar blieb aber noch, ob die US-Regierung auch Vergeltungsschläge erwog - wie Trump es noch am Wochenende angekündigt hatte.

Die jemenitischen Houthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden, haben den Angriff mit Drohnen und Raketen für sich reklamiert. Pompeo zufolge war jedoch der Iran direkt verantwortlich. Auch ein saudischer Militärsprecher machte den Iran für die Angriffe mitverantwortlich. Teheran bestreitet jede Beteiligung. „Ich weiß, dass wir das nicht waren“, sagte Außenminister Zarif. „Wir wollen keinen militärischen Konflikt“, sagte Zarif im Gespräch mit dem Nachrichtensender CNN. Der Iran werde jedoch „nicht mit den Augen zwinkern“, wenn es darum gehe, das Land zu verteidigen. Ein Militärschlag könnte viele Opfer zur Folge haben, warnte er.

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Außerdem sei der Iran auch weiterhin bereit, sowohl mit Saudi-Arabien als auch mit den Emiraten zu sprechen, sagte Zarif. Mit den USA werde der Iran nur dann verhandeln, wenn alle Sanktionen gegen sein Land aufgehoben worden seien. Zarif kritisierte zudem, Pompeo verhindere, dass die iranische Delegation Visa zur Einreise zur UN-Vollversammlung bekomme. Rouhanis Rede ist für Mittwoch geplant.

Trump hatte sich am Mittwoch für die Anreise einer iranischen Delegation ausgesprochen. Wegen der jüngsten Eskalation schien es jedoch sehr unwahrscheinlich, dass Trump in New York mit Irans Präsident Hassan Rouhani zusammentrifft.

Pompeo hatte sich am Mittwoch mit dem saudischen Kronprinzen und Verteidigungsminister Mohammed bin Salman beraten. Sie hätten darin übereingestimmt, „dass das iranische Regime für sein anhaltend aggressives, rücksichtsloses und bedrohliches Verhalten verantwortlich gemacht werden muss“, erklärte das Ministerium.

Seit der einseitigen Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch Trump vor gut einem Jahr haben die Spannungen zwischen Washington und Teheran immer weiter zugenommen. Die USA wollen den Iran mit harten Sanktionen und einer Politik des „maximalen Drucks“ dazu bewegen, einem neuen Abkommen mit härteren Auflagen zuzustimmen und die Unterstützung von Terrorgruppen in der Region einzustellen.

Die US-Sanktionen haben die wichtige Öl- und Gasförderung des Iran hart getroffen und eine Wirtschaftskrise ausgelöst. Der Iran, der mit dem Rücken zur Wand steht, will sein Atomprogramm nun allerdings wieder hochfahren. Zuletzt kam es auch vermehrt zu Zwischenfällen in der für den Öltransport wichtigen Straße von Hormuz. Die USA haben ihre Militärpräsenz in der Region verstärkt.




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