Letztes Update am Fr, 20.09.2019 09:47

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Taiwan verliert Verbündeten Kiribati an China



Taiwan hat einen weiteren diplomatischen Verbündeten verloren. Vier Tage nach den Salomonen bricht auch der andere kleine Südseestaat Kiribati mit der demokratischen Inselrepublik, und nimmt stattdessen diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China auf. Damit hat Taiwan nur noch 15 diplomatische Verbündete, meist kleinere Staaten, darunter den Vatikan.

Als Reaktion auf den Wechsel teilte der taiwanesische Außenminister Joseph Wu am Freitag in Taipeh mit, dass die Botschaft und alle Kooperationsprojekte in dem nur 117.000 Einwohner zählenden pazifischen Inselstaat geschlossen werden. Der Außenminister berichtete, Kiribati sei durch die vorausgegangene Entscheidung der Salomonen beeinflusst worden. Aus Angst vor einem Domino-Effekt will Taiwan seine Beziehungen zu den anderen Südseestaaten wie Tuvalu, Palau, Nauru und den Marshall Inseln aufmerksam verfolgen. Wu warnte die kleinen Länder vor einer Schuldenfalle, wenn sie Pekings Geld annehmen.

Mit seiner Ein-China-Doktrin erlaubt die kommunistische Führung in Peking keinem Land, diplomatische Beziehungen sowohl mit China als auch mit Taiwan zu unterhalten. Die freiheitliche Insel wird von Peking als Teil der Volksrepublik angesehen, obwohl sie nie dazu gehört hat. Auch Deutschland ist in Taipeh nicht mit einer Botschaft, sondern nur mit einem Deutschen Institut vertreten.

Seit in Taiwan die Fortschrittspartei (DPP) im Mai 2016 die Wahl gewonnen hat und Tsai Ing-wen Präsidentin geworden ist, hat Peking seine Bemühungen noch verstärkt, mit seiner Wirtschaftsmacht Taiwan diplomatische Verbündete abzuwerben. Da die Fortschrittspartei ihre Wurzeln in der Unabhängigkeitsbewegung hat und Präsidentin Tsai auf Distanz zu China geht, hat Peking den Druck auf Taiwan noch erhöht, indem es das Land international weiter isoliert.

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