Letztes Update am Fr, 20.09.2019 12:51

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Hunderttausende Klimastreikende in Asien und Pazifikregionen



Hunderttausende Kinder in Europa, Afrika, Asien und in der Pazifikregion sind am Freitag dem Aufruf zu einem weltweiten Klimastreik gefolgt. In Australien, Thailand und Indien, in Südkorea und auf den Philippinen gingen Schüler, Studenten und Unterstützer auf die Straße. Sie forderten die Erwachsenen auf, sofort Klima-Maßnahmen zu ergreifen. Weltweit sind mehr als 5.000 Protestaktionen geplant.

„Wir sind die Zukunft und wir verdienen Besseres“, sagte die zwölf Jahre alte Lilly Satidtanasarn in Bangkok. Sie gilt wegen ihrer Kampagne gegen Plastiksackerln in Einkaufspassagen als „Thailands Greta“. Die Erwachsenen „reden nur darüber, aber sie tun nichts“, kritisierte sie. „Wir wollen keine Entschuldigungen.“ In Neu Delhi und Mumbai beteiligten sich indische Schulkinder an dem Streikaufruf.

Auf den Philippinen, die nach Angaben von Experten besonders vom steigenden Meeresspiegel und von immer stärker werden Stürmen bedroht sind, demonstrierten tausende Menschen. „Es gibt viele Menschen hier, die die Auswirkungen des Klimawandels schon spüren können, zum Beispiel mit Taifunen“, sagte Yanna Palo, 23 Jahre alt, bei einer Demonstration in der Hauptstadt Manila.

Die weltweiten Proteste hatten mit dem Tagesanbruch an der Datumsgrenze im Pazifik begonnen. Auf den vom steigenden Meeresspiegel bedrohten Inseln Vanuatu, den Salomonen und Kiribati starteten bei Sonnenaufgang Protestaktionen, Kinder sangen „Wir sinken nicht, wir kämpfen“.

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In Australien traten mehr als 300.000 Kinder, Eltern und Unterstützer in den Klimastreik. In zahlreichen Städten gab es Demonstrationen. „Wir sind hier, um eine Botschaft an die Politiker zu senden und ihnen zu zeigen, dass es uns wirklich wichtig ist“, sagte der 16-jährige Will Connor in Sydney. „Sonst werden wir keine Zukunft haben.“

Im südafrikanischen Johannesburg gingen mehrere hundert, vor allem junge Menschen auf die Straßen. Die Demonstranten hielten Plakate mit Aufschriften wie „No future on a dead planet“ (Keine Zukunft auf einem toten Planeten), „Unite, don‘t ignite“ (Eint, aber zündelt nicht) oder „Coal kills“ (Kohle tötet). Der Kohleproduzent Südafrika setzt bei seiner Energiegewinnung weitgehend auf Kohleverstromung. Auch in anderen Großstädten des Kontinents - wie in Kampala (Uganda) oder Nairobi (Kenia) - fanden ähnliche Proteste statt.

Eine der größten Kundgebungen findet in New York statt, wo am Montag zahlreiche Staats- und Regierungschefs zu einem Klimagipfel der UNO erwartet werden. An der Kundgebung in New York wird auch die schwedische Schülerin Greta Thunberg teilnehmen, die prominenteste Figur der Klima-Bewegung.

Der Weltklimarat IPCC begann in Monaco seine Beratungen über den Report zu den Auswirkungen der Erderwärmung auf Ozeane und Eismassen. Die Debatten in Monaco seien ein „weiterer wichtiger Meilenstein für den IPCC“, sagte der Vorsitzende des Rates, Hoesung Lee, am Freitag. Rund 100 Forscher haben die Auswirkungen der menschengemachten Treibhausgase auf Ozeane und Eismassen für den IPCC analysiert und das Wissen zu einem Report zusammengefasst. Nun wollen sie mit Delegierten der IPCC-Mitgliedsstaaten über exakte Formulierungen darin debattieren und ihn an diesem Mittwoch (25. September) in dem Fürstentum an der Riviera präsentieren.

Der Bericht behandelt unter anderem die Eisschmelze aufgrund der Erderwärmung. Diese hat nicht nur einen Anstieg der Meeresspiegel zur Folge, denn mit Gletschern schwinden auch wichtige Wasserspeicher für Mensch und Natur. Der Weltklimarat ist eine Institution der Vereinten Nationen (UNO), die sich mit Klimaänderungen befasst.




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