Letztes Update am Sa, 21.09.2019 10:38

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


108 Migranten auf Lampedusa eingetroffen



108 Migranten sind am Freitagabend auf Lampedusa eingetroffen. Ein Boot mit 92 Menschen an Bord wurde wenige Seemeilen von der süditalienischen Insel entfernt von der Küstenwache lokalisiert und nach Lampedusa eskortiert. Weitere 16 Migranten an Bord eines Bootes erreichten direkt die Insel, wie Italiens öffentlich-rechtliche TV-Anstalt RAI am Samstag berichtete.

Circa 300 Migranten befinden sich derzeit im Auffanglager der Insel, das Plätze für maximal 100 Personen hat. Eine Gruppe tunesischer Migranten setzte ihren Protest gegen ihre Abschiebung fort. Sie demonstrieren seit Tagen vor der größten Kirche der Insel für eine Aufenthaltsgenehmigung in Italien.

Inzwischen wird weiterhin eine Lösung für die 182 Migranten gesucht, die sich an Bord des Rettungsschiffes „Ocean Viking“ befinden. 35 Menschen, die am Donnerstag in Maltas Such- und Rettungszone aufgenommen wurden, konnten auf ein maltesisches Militärboot umsteigen, teilte die Organisation SOS Méditerranée am Samstag mit. Die restlichen 182 Migranten an Bord seien aber weiterhin ohne sicheren Hafen. Unter ihnen würden sich Kinder, ein Neugeborenes und eine schwangere Frau befinden.

„Wir fordern von den EU-Ländern eine sofortige Lösung für das an Land bringen der Menschen, die sich noch an Bord der ‚Ocean Viking‘ befinden und ein Umverteilungssystems für alle im zentralen Mittelmeerraum geretteten Migranten“, hieß es in einer am Samstag veröffentlichten Presseaussendung von „Ärzte ohne Grenzen“ (MSF), die mit SOS Méditerranée die „Ocean Viking“ betreibt. Die „Ocean Viking“ hatte die Menschen diese Woche gerettet. Das Schiff befindet sich derzeit zwischen der italienischen Insel Linosa und Malta.

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51 Prozent mehr Migranten sind im September gegenüber dem Vergleichszeitraum 2018 in Italien gelandet. 1.435 Ausländer trafen seit Anfang September in Italien ein, im Vergleichszeitraum 2018 waren es 947, wie aus den letzten Angaben des Innenministeriums in Rom hervorgeht. Seit Jahresbeginn erreichten 6.570 Migranten Italien, 2018 waren es 20.859, 2017 102.954 gewesen. Die neue italienische Regierung um Premier Giuseppe Conte hatte eine Abwendung von der rigorosen Einwanderungspolitik der „geschlossenen Häfen“ beschlossen, die von Ex-Innenminister und Chef der rechten Lega, Matteo Salvini, betrieben worden war.




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