Letztes Update am Sa, 21.09.2019 13:43

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Streit in Labour-Partei über Brexit spitzt sich zu



Die Auseinandersetzung in der britischen Oppositionspartei Labour über den Brexit gewinnt an Schärfe. Am Samstag scheiterte im Brighton bei der Labour-Jahreskonferenz der Versuch des linken Parteiflügels, den Posten des stellvertretenden Parteivorsitzenden abzuschaffen. Parteivize ist derzeit Tom Watson.

Die größte britische Oppositionspartei ist tief zerstritten, wenn es um den EU-Austritt geht. Während sich ein großer Teil des Führungszirkels in der Parlamentsfraktion klar für eine Abkehr vom Brexit einsetzt, will sich Parteichef Jeremy Corbyn nicht festlegen.

Watson fordert im Gegensatz zu Corbyn ein neues Referendum über den Austritt Großbritanniens aus der EU vor Neuwahlen. Corbyn strebt eine Volksbefragung erst nach Wahlen an. Eine Labour-Regierung würde ein neues Abkommen schließen, einschließlich einer neuen Zollunion mit der EU, einer engen Beziehung zum Binnenmarkt und Garantien für Arbeitnehmerrechte und Umweltschutz, versprach Corbyn. Das Ganze werde dann in einem neuen Referendum dem Volk vorgelegt, wobei die Alternative ein Verbleib in der EU wäre, so Corbyn.

Anhänger von Corbyn werfen Watson Illoyalität vor. Kritisiert werden auch Vorwürfe Watsons, Corbyn unternehme zu wenige gegen antisemitische Tendenzen in der Partei.

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Watson hielt seinen innerparteilichen Gegnern in einem BBC-Interview vor, so wütend über seine Brexit-Position zu sein, dass sie ihn lieber absetzen wollten statt mit ihm darüber zu diskutieren. Auch Corbyn sprach sich gegen den Antrag des linken Parteiflügels zur Abschaffung des Partei-Vizes aus, plädierte aber für eine Überprüfung der Posten des Stellvertreters und anderer Ämter, die den Parteichef unterstützen sollen.




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