Letztes Update am Sa, 21.09.2019 17:19

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Thunberg bei Jugendklimagipfel: „Uns kann niemand stoppen“



Die schwedische Aktivistin Greta Thunberg hat nach den weltweiten Klimaprotesten vor den Vereinten Nationen den Kampf gegen die Klimakrise beschworen. „Gestern sind Millionen Menschen rund um den Globus marschiert“, sagte die 16-Jährige am Samstag beim UN-Jugendklimagipfel in New York. „Wir haben gezeigt, dass wir geeint sind und dass uns junge Leute niemand stoppen kann“.

Offiziellen Angaben zufolge wurden bei dem Treffen, das dem Klimagipfel mit Staats- und Regierungschefs am Montag vorgeschaltet ist, etwa 700 Teilnehmer erwartet. Bei der Veranstaltung sollen die Jungdelegierten Vorschläge für den Kampf gegen den Klimawandel erarbeiten. Die entwickelten Maßnahmen sollen den Staats- und Regierungschefs unterbreitet werden. Auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres war bei dem Jugendgipfel dabei - vor allem als Zuhörer.

Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen nahm am „Youth Climate Summit“ teil. Das 75-jährige Staatsoberhaupt begleitete dabei die 17-jährige Salzburger Schülerin und „FridaysForFuture“-Aktivistin Anika Dafert. Am Montag ist Österreich beim Klimagipfel durch Van der Bellen und Umweltministerin Maria Patek vertreten.

Anika Dafert gab sich auf dem Flug zum „Big Apple“ kämpferisch: „Politiker sollten eigentlich auch Aktivisten sein, sie müssen endlich aktiv werden.“ Obwohl sich die Vertreterin der „Fridays-for-Future-Bewegung“ natürlich freut, dass sie ausgewählt wurde, zum UN-Großereignis zu reisen, fand sie am Weg nach New York auch strenge Worte für die Politiker-Kaste. Trotz ihrer Jugend hat sie nämlich schon eine traurige Erfahrung gemacht: „Es fehlt oft der politische Wille, etwas anzupacken.“

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Am Freitag hatte Thunberg vor Zehntausenden Menschen in New York gesprochen. An den weltweiten Klimaprotesten hatten Hunderttausende Menschen in Dutzenden Ländern teilgenommen. Thunberg feierte die Klima-Demos als „Welle der Veränderung“. „Wir sind nicht nur ein paar junge Leute, die die Schule schwänzen, oder ein paar Erwachsene, die nicht zur Arbeit gegangen sind - wir sind eine Welle der Veränderung. Zusammen sind wir nicht aufzuhalten“, sagte die 16-Jährige am Freitagnachmittag unter Jubel und Applaus der Zuhörer im Battery Park an der Südspitze Manhattans.

„Wenn Sie zu der kleinen Gruppe von Menschen gehören, die sich von uns bedroht fühlen, dann habe ich sehr schlechte Nachrichten für Sie, denn das hier ist nur der Anfang. Es wird Veränderungen geben, ob Sie es mögen oder nicht.“ Den Organisatoren zufolge waren rund 250.000 Menschen zu der Demonstration in New York gekommen, das Bürgermeisteramt der Stadt sprach von rund 60.000.

Rund um den Globus gingen Hunderttausende Menschen auf die Straße. In Österreich beteiligten sich beim Auftakt der internationalen Klimaschutzwoche „Week for Future“ am Freitag rund 720 Gemeinden mit Aktionen.




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