Letztes Update am So, 22.09.2019 07:05

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Guterres lobte Jugendliche beim UNO-Klima-Jugendgipfel



Einen Tag nach den weltweiten Klimaprotesten haben sich in New York hunderte junge Menschen zum ersten UNO-Jugendgipfel für Klimaschutz versammelt. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres lobte am Samstag das Engagement der Jugendlichen. Sie hätten einen „Moment des Wandels“ herbeigeführt, sagte er.

Zu dem Treffen hatten die Vereinten Nationen 500 Jugendliche sowie im Klimaschutz engagierte Unternehmer eingeladen. Zum Auftakt des Jugendgipfels, an dem auch die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg teilnahm, hielt der argentinische Klima-Aktivist Bruno Rodriguez eine flammende Rede. „Das Klima und die ökologische Krise sind die politische Krise unserer Epoche, die wirtschaftliche Krise unserer Epoche und die kulturelle Krise unserer Epoche“, sagte der 19-Jährige. Junge Leute würden von den Politikern oft vertröstet. „Die Zeit ist gekommen, dass wir Anführer werden“, sagte Rodriguez. Die Politiker müssten „endlich handeln“, betonte er.

Ähnlich hatte es auch die Salzburgerin Anika Dafert am Freitag beim Flug nach New York im APA-Gespräch ausgedrückt: „Politiker sollten eigentlich auch Aktivisten sein, sie müssen endlich aktiv werden.“ Die 17-Jährige nahm am Samstag gemeinsam mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen (75) an der Eröffnung des Klima-Jugendgipfels teil.

Am Montag wird der Bundespräsident mit Umweltministerin Maria Patek an dem von Guterres einberufenen UNO-Klimagipfel teilnehmen. Dabei sollen Strategien diskutiert werden, wie die Treibhausgase bis Mitte des Jahrhunderts global auf „Netto-Null“ reduziert werden können.

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Thunberg bekräftigte am Samstag: „Die jungen Leute können nicht aufgehalten werden.“ Die Schwedin hatte mit ihren Schulstreiks die neue weltweite Protestbewegung gegen die Erderwärmung in Gang gesetzt, die diesen Freitag in der bisher größten Protestaktion gipfelte. „Gestern sind Millionen Menschen rund um den Globus marschiert und haben wirkliche Klimamaßnahmen verlangt, vor allem junge Leute“, sagte die 16-Jährige in New York.

Weltweit gingen nach Angaben der Organisatoren rund vier Millionen Menschen auf die Straße, um verstärkte Anstrengungen gegen die Erderwärmung zu fordern. Die größten Demonstrationen gab es in Australien, Berlin, London, New York und San Francisco.

Mit dem ersten Klima-Jugendgipfel erkennen die Vereinten Nationen die Bedeutung der von Thunberg entfachten weltweiten Bewegung für mehr Klimaschutz an. Das Treffen soll über reine Protestbekundungen hinausgehen. Die Aktivisten sollen ihre Aktionen und Projekte vorstellen und Lösungen vorantreiben. Auch von jungen Leuten entwickelte Technologien für den Klimaschutz werden präsentiert.

Die Korridore des UNO-Gebäudes in New York waren am Samstag mit jungen Menschen gefüllt. „Dies ist der Wandel, und er kommt“, sagte Lalita P-Junggee, eine junge Unternehmerin, die in ihrer Heimat Werbeplakate und alte Textilien in modische Taschen verwandelt.




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