Letztes Update am So, 22.09.2019 07:27

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


10 Jahre Nudelsieb - „Pastafari“ Alm kämpft um Anerkennung



Ein Führerscheinfoto mit Nudelsieb auf dem Kopf hat Niko Alm vor zehn Jahren zum internationalen Medienstar gemacht. Der Anhänger der „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ setzte sich mit der Aktion für die Trennung von Religion und Staat ein. Im APA-Interview kündigte Alm eine Beschwerde an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wegen der fehlenden Anerkennung der Gemeinschaft an.

Bald nach der Führerschein-Aktion beschlossen die „Pastafaris“ in Österreich, sich die Anerkennung als Religionsgemeinschaft zu erkämpfen - bisher erfolglos. Einen „Teilerfolg“ gab es aber: „Das Bundesverwaltungsgericht hat gesagt, wir sind eine Religion, wir sind halt nur nicht ausreichend Gemeinschaft. Das ist eine spannende Interpretation, weil sie sagen: Wir müssten euch eigentlich anerkennen, wenn ihr nur besser organisiert wärt als Gemeinschaft.“

Nachdem das Gericht eine Revision zugelassen hatte, wollen die „Pastafaris“ nun vor den EGMR ziehen. Ende September läuft die Frist ab, „eine Beschwerde bereitet unser Anwalt gerade vor“, so Alm. Auch einen weiteren Erfolg konnte die „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ durch die vielen Prozesse - auch in anderen Staaten - für sich verbuchen: Durch die Argumentation der Anwälte und die Schriftsätze der Gerichte habe man an Ernsthaftigkeit gewonnen, findet Alm.

Als „politischen Erfolg“ wünscht sich Alm, der auch für die NEOS im Nationalrat saß, „dass Religion und Weltanschauung für den Staat egal sein soll. Egal heißt, keine Sonderrechte, keine Benachteiligungen. Es kann sich natürlich jede Religion und jede Gemeinschaft frei organisieren. Sie kann auch mit dem Staat Verträge schließen, nur halt nicht auf Basis der Religion, sondern aufgrund von sachlicher Zusammenarbeit“. Und: „Wir wollen niemandem etwas wegnehmen.“

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Auch ohne offizielle Anerkennung seiner Kirche ist Alm nach zehn Jahren immer noch medial präsent - derzeit durch eine Dokumentation „I, Pastafari“ des Regisseurs Mike Arthur, die am 5. Oktober beim Nashville Filmfestival Weltpremiere feiert. Darin kommen Anhänger der Bewegung aus aller Welt zu Wort, die Szenen mit Alm wurden 2017 im Österreichischen Parlament gedreht, als er noch sein NEOS-Mandat hatte.




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