Letztes Update am So, 22.09.2019 10:04

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kontakte zwischen Teufel und Sellner wieder Thema



Der frühere Kabinettschef von Ex-Innenminister Herbert Kickl ist schon wieder mit Vorwürfen konfrontiert. Nachdem am Samstag von ausufernden Dienstwagen-Fahrten die Rede war, berichtet die Tageszeitung „Österreich“ nun davon, dass Reinhard Teufel, aktuell FPÖ-Landtagsabgeordneter in Niederösterreich, häufiger Kontakt mit Identitären-Chef Martin Sellner gehabt haben soll. Teufel relativiert das.

„Österreich“ bezieht sich auf einen Bericht des Verfassungsschutzes. Demzufolge soll es mindestens bis Ende 2017 „regelmäßigen“ Austausch zwischen Sellner und Teufel gegeben haben. Der Freiheitliche sieht einen „Skandalisierungsversuch ohne neue Erkenntnisse“. Er habe schon im August kundgetan, dass er als Büroleiter des damaligen FPÖ-Obmannes Heinz-Christian Strache Kontakt mit verschiedensten Gruppierungen gehabt habe, darunter auch ein persönliches Treffen mit Sellner. Danach habe ihm dieser hin und wieder Nachrichten auf sein Handy geschickt, die er fallweise auch beantwortet habe.

Teufel geht in einer Aussendung nun zum Gegenangriff über, nämlich gegen das BVT. Einmal mehr offenbare sich das Grundproblem des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, das darin bestehe, dass vertrauliche Informationen regelmäßig Medien zugespielt würden.

Dazu dürfte dann auch ein zweites Detail der „Österreich“-Geschichte gehören. So soll der Verfassungsschutz geklärt haben, dass der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Hans-Jörg Jenewein in Sellners Daten als Käufer eines „Phalanx Europa“-T-Shirts gelistet ist, auf dem das Symbol der Identitären abgebildet ist. Jenewein war für die APA vorerst nicht erreichbar. Der Fraktionschef der FPÖ im BVT-Untersuchungsausschuss hatte zuletzt in anderem Zusammenhang gemeint, er müsse sich nicht von den Identitären distanzieren, denn er habe keine Beziehung zu dem Verein.

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