Letztes Update am So, 22.09.2019 18:14

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Malta kritisierte mangelnde Solidarität in EU bei Migration



Vor dem am Montag geplanten Innenministertreffen von Deutschland, Frankreich, Italien und dem EU-Ratsvorsitzland Finnland in Sachen Seenotrettung in La Valletta beklagt der maltesische Außenminister Michael Farrugia mangelnde Solidarität unter den EU-Mitgliedstaaten in Sachen Migration. Seiner Ansicht nach werde das Einwanderungsthema die EU-Länder in den kommenden Jahren immer mehr spalten.

In einem Interview mit der Tageszeitung „Times of Malta“ beklagte Farruggia, dass sich die EU-Mitgliedstaaten zwar bei Wirtschaftsproblemen unterstützen würden, nicht aber bei der Einwanderungsfrage. „Wenn sich diese Haltung nicht ändert, begreife ich nicht, wie das Migrationsproblem jemals gelöst werden könnte“, sagte er.

Trotz Faruggias skeptischen Aussagen könnte am Montag beim Treffen auf Malta nach Jahren des Streits erstmals wieder eine Verständigung in der Einwanderungsfrage erzielt werden. Den Weg dafür dürfte der selbst verschuldete Abschied der rechtspopulistischen Lega aus der italienischen Regierung frei gemacht haben. Unmittelbar nach der Bildung der links-populistischen Regierung in Rom sagte Deutschland nämlich zu, ein Viertel der geretteten Migranten aufnehmen zu wollen, auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron stellte diese Woche bei einem Besuch in Rom eine Beteiligung seines Landes in Aussicht.

Unterdessen brachten spanische Seenotretter vor der Südküste des Landes 115 Migranten aus zwei Booten in Sicherheit. An Bord seien insgesamt 83 Männer, 17 Frauen und 15 Minderjährige gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf den spanischen Seerettungsdienst. Eine erste Rettungsaktion fand den Angaben zufolge am Samstag kurz vor Mitternacht im Alborán-Meer statt, eine zweite Sonntagfrüh in der Straße von Gibraltar. Die Geretteten seien in den andalusischen Hafenstädten Motril und Cádiz an Land gebracht worden. Es handle sich bei den Migranten erneut vorwiegend um Afrikaner aus Ländern südlich der Sahara.

Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der irregulären Einreisen auf dem Seeweg über die westliche Mittelmeerroute deutlich abgenommen. Nach der jüngsten Mitteilung der UNO-Organisation für Migration kamen dieses Jahr in Spanien bis zum 18. September knapp 17.000 Migranten an. Das sind nur halb so viele wie im selben Zeitraum des Vorjahres.




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