Letztes Update am So, 22.09.2019 20:43

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Laver Cup auch in seiner dritten Auflage an Team Europa



Der Tennis-Laver-Cup ist auch in seiner dritten Auflage an das Team Europa gegangen. Die vom Schweden Björn Borg betreute Equipe siegte in Genf mit 13:11, der bisher knappste Ausgang dieses Bewerbs. Die Entscheidung brachte der Deutsche Alexander Zverev mit einem 6:4,3:6,10:4-Erfolg gegen den Kanadier Milos Raonic. Früher am Sonntag war Dominic Thiem dem US-Amerikaner Taylor Fritz unterlegen.

Thiems erste Niederlage im dritten Duell mit Fritz brachte das Team Europa unerwartet mit 7:11 ins Hintertreffen gebracht. Nachdem schon das Doppel zu Beginn des Schlusstages des Teambewerbs an die Crew von Kapitän John McEnroe gegangen war, konnte Thiem für das Team Europa das Blatt nicht wenden. Der 26-Jährige unterlag Fritz 5:7,7:6(3),5:10.

Thiem war unerwartet zu seinem zweiten Einsatz an diesem Wochenende gekommen. Nach seinem Sieg im Eröffnungseinzel im Match-Tiebreak gegen den Kanadier Denis Shapovalov war er nicht mehr nominiert, musste dann aber für den an einer Entzündung in der Hand laborierenden Spanier Rafael Nadal einspringen. Auch der ursprüngliche Gegner stand mit dem Australier Nick Kyrgios nicht auf dem Platz. McEnroe stellte stattdessen Fritz für dieses wichtige Match auf.

Die davor gespielten Duelle mit Fritz hatte Thiem jeweils bei den US Open gewonnen. 2017 in der zweiten und 2018 in der dritten Runde setzte sich der Niederösterreicher jeweils in vier Sätzen durch. Ausschlaggebend für die erste Niederlage gegen den 21-jährigen Kalifornier war die schlechte Chancenauswertung. Keinen seiner sieben Breakbälle nutzte Thiem, Fritz auch nur einen von acht. Der reichte aber zum Gewinn des ersten Satzes, danach entschied eben jeweils ein Tiebreak.

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Schon in den ersten beiden Returnspielen hatte Thiem einige Breakchancen, so richtig bitter wurde es für den 26-Jährigen aber bei bzw. ab 5:5. Nachdem sich der Weltranglistenfünfte als Rückschläger ein 40:0 erarbeitet hatte, vergab er alle drei Chancen auf das vielleicht entscheidende 6:5. Danach kam der zweifache French-Open-Finalist bei seinem Aufschlag ins Hintertreffen, wehrte sich noch nach Kräften, der fünfte Satzball von Fritz saß aber per Rückhand-Passierschlag.

Einen Breakball Thiems auch gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs beantwortete Fritz mit einem seiner zehn Asse, sein Gegenüber kam da übrigens auf sechs Stück. Jubel auf und bei Europas Bank - die Europäer haben beide bisherigen Auflagen gewonnen - unter den mitfiebernden Federer, Nadal, Zverev, Tsitsipas, Fabio Fognini (ITA), Ersatzspieler Robert Bautista Agut (ESP) und natürlich Borg brandete auf, als Thiem bei 1:2 und 0:40 mit fünf Punkten en suite zum 2:2 ausglich.

In der Folge ging es ins Tiebreak, in dem der zuletzt wochenlang gesundheitlich angeschlagen gewesene Österreicher rasch für klare Verhältnisse sorgte. Da ließ es sich auch verschmerzen, dass nach einer 6:1-Führung erst der dritte Satzball saß. Thiem nahm das Momentum vorerst auch mit, lag im Match-Tiebreak mit Mini-Break 2:1 in Front. Dann aber kam Fritz in Fahrt, distanzierte seinen Gegner mit starken Bällen mit 8:3, ehe er bei 9:5 seinen ersten Matchball verwertete.

Fritz sprach danach von seinem wichtigsten Sieg. „Es bedeutet so viel mehr, wenn man für ein Team spielt“, erklärte der Weltranglisten-30. Er habe erst zwei Stunden vor dem Match von seinem Einsatz erfahren. Schulterprobleme hatten das Out von Kyrgios verursacht. Glücklich war auch McEnroe: „Erwarte das Unerwartete“, meinte der 60-Jährige. „Noch ein Sieg, und wir haben es.“ Davor hatte das Team Europa beklagt, dass es zu spät von der Umstellung von Team Welt erfahren habe.

Thiem stellte sich nach der Niederlage mit gemischten Gefühlen den Interviews: „Ich bin einerseits wütend, dass ich verloren habe. Aber andererseits habe ich ein gutes Match gespielt.“ Es sei eine gute Partie gewesen. „Im Endeffekt haben ein paar Sachen den Ausschlag gegeben. Wir waren beide auf der Höhe. Es war sicher mein bestes Match, seit ich von den US Open zurückgekommen bin.“

Im Anschluss wahrte der Schweizer Tennis-Star Roger Federer die Chance auf die erfolgreiche Titelverteidigung für Team Europa. Der 38-Jährige besiegte im vorletzten Einzel des Mannschaftsbewerbs den US-Amerikaner John Isner 6:4,7:6. Das Team Welt lag damit nur noch 11:10 in Front.




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