Letztes Update am Mo, 23.09.2019 10:18

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gewaltschutz - Kinderschutzzentren kritisieren Gesetzespaket



Die Kritik am Gewaltschutzpaket, das ÖVP und FPÖ diese Woche im Nationalrat beschließen wollen, reißt nicht ab. Am Montag haben die Österreichischen Kinderschutzzentren ihre Ansicht bekräftigt, dass die geplante Ausweitung der Anzeigepflicht auf Psychologen und Psychotherapeuten das Kindeswohl bedrohe.

Ein Strafverfahren setze voraus, dass Kinder sich jemandem anvertrauen. Die Aufgabe der Fachperson sei es, erst den Schutz des Kindes sicher zu stellen und dann mit Bedacht die nächsten Schritte zu setzen. „Diese Rolle widerspricht der Rolle einer AkteurIn, die aktiv eine Anzeige macht und damit - aus der Sicht des Kindes - mitverantwortlich ist für die Konsequenzen, die ein Strafverfahren mit sich bringt und wo auch erneute Belastungen für das Kind auftauchen können“, hieß es.

Statt einer Änderung der Anzeigepflicht brauche es unter anderem verbindliche Strukturen für die Vernetzung zwischen den unterschiedlichen Akteuren im Kinder- und Jugendhilfebereich sowie die Finanzierung einer Fachberatung in Kinderschutzzentren für alle Berufsgruppen, die einen Verdacht auf Gewalt haben, fordert der Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren.




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