Letztes Update am Di, 24.09.2019 12:13

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Explosion in Tirol: Angebohrte Gasleitung offenbar Ursache



Nach der Explosion in einem Supermarkt in St. Jodok am Brenner am Montagvormittag, bei der eine Frau verschüttet und elf Personen verletzt worden waren, steht die Ursache offenbar fest: Eine angebohrte Gasleitung habe letztlich zur Explosion geführt, hieß es von der Polizei Dienstagfrüh gegenüber dem ORF Tirol. Die 91-jährige vermisste Frau wurde am Dienstagvormittag nicht gefunden.

Die Gasleitung sei am späten Montagabend freigelegt worden. Man habe die Stelle gefunden, an der sich der Bohrkopf bei durchgeführten Bohrungen befunden hat, hieß es. In einem Nachbarhaus sollte ein neuer Gasanschluss gelegt werden. Der Bohrkopf traf laut den Erkenntnissen der Exekutive die Gasleitung und bohrte sie an. An dieser Stelle sei das Gas entwichen und durch den Boden in das Wohnhaus eingedrungen.

Auch der landeseigene Tiroler Energieversorger Tigas bestätigte, dass eine Gasleitung durch Bohrungen beschädigt worden war. Nahe der Unglücksstelle seien Bohrarbeiten durch ein von der Tigas beauftragtes Spezialbauunternehmen für eine Bachquerung zur Vorbereitung des Baus einer Gasleitung durchgeführt worden.

Wie das Gas dann aber in das Gebäude, in dem sich der Supermarkt befand, eingedrungen war, ist laut Tigas noch nicht restlos geklärt. Das Haus selbst war nämlich nicht an das Gasnetz angeschlossen. Seitens der Exekutive hieß es aber, dass das Gas an der beschädigten Stelle entwichen und durch den Boden in das Gebäude eingedrungen war.

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Die Suche nach der vermissten, verschütteten 91-jährigen Bewohnerin war kurz nach Mitternacht vorerst eingestellt und Dienstagvormittag fortgesetzt worden. Nun sollen auch andere Gebäudeteile nach der 91-Jährigen durchsucht werden, sagte ein Sprecher der Polizei zur APA.

Am Montag war noch jener Teil des eingestürzten Gebäudes, in dem die Frau zuletzt gesehen worden war, Stück für Stück abgetragen worden, jedoch ohne Erfolg. „Wir vermuten jetzt, dass sie vielleicht doch in einem anderen Gebäudetrakt war“, meinte der Polizist. Deshalb soll nun auch in anderen Teilen des Hauses der Schutt Stück für Stück abgetragen werden. Sollte auch dann nichts gefunden werden, müsse der gesamte Bauschutt nochmals genauestens durchsucht werden.

Zu der Explosion war es am Montag gegen 11.20 Uhr gekommen. Kurz darauf stand bereits das gesamte Gebäude in Vollbrand. Elf Personen wurden verletzt, eine davon schwer. In Lebensgefahr befand sich niemand. Die Verletzten wurden in die Innsbrucker Klinik und in das Krankenhaus Hall in Tirol eingeliefert.




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