Letztes Update am Di, 24.09.2019 12:54

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


91-jährige Vermisste nach Explosion in Tirol tot gefunden



Nach der Explosion in einem Supermarkt in St. Jodok am Brenner ist die unter den Trümmern verschüttete 91-Jährige Dienstagmittag tot aufgefunden worden. Ein Diensthund habe die Leiche aufgespürt, sagte Ermittler Christoph Hundertpfund zur APA. Es handle sich „mit großer Wahrscheinlichkeit“ um die Vermisste, die Identität müsse durch die Gerichtsmedizin aber noch endgültig geklärt werden.

Indes hatte sich laut Hundertpfund auch eindeutig bestätigt, dass ein bei Arbeiten in der Nähe des Hauses entstandenes Loch in einer Gasleitung die Explosion ausgelöst hatte. „Das Gas drang unter der Erde in das mehrere hundert Jahre alte Haus ein und führte dort zur Explosion“, so der Ermittler. Was dann er unmittelbare Auslöser für die Explosion war, sei jedoch noch Gegenstand von Ermittlungen.

Die Gasleitung sei am späten Montagabend freigelegt worden. Man habe die Stelle gefunden, an der sich der Bohrkopf bei durchgeführten Bohrungen befunden hat, hieß es. In einem Nachbarhaus sollte ein neuer Gasanschluss gelegt werden. Der Bohrkopf traf laut den Erkenntnissen der Exekutive die Gasleitung und bohrte sie an. An dieser Stelle sei das Gas entwichen und durch den Boden in das Wohnhaus eingedrungen.

Auch der landeseigene Tiroler Energieversorger Tigas bestätigte, dass eine Gasleitung durch Bohrungen beschädigt worden war. Nahe der Unglücksstelle seien Bohrarbeiten durch ein von der Tigas beauftragtes Spezialbauunternehmen für eine Bachquerung zur Vorbereitung des Baus einer Gasleitung durchgeführt worden.

Wie das Gas dann aber in das Gebäude, in dem sich der Supermarkt befand, eingedrungen war, ist laut Tigas noch nicht restlos geklärt. Das Haus selbst war nämlich nicht an das Gasnetz angeschlossen. Seitens der Exekutive hieß es aber, dass das Gas an der beschädigten Stelle entwichen und durch den Boden in das Gebäude eingedrungen war.

Zu der Explosion war es am Montag gegen 11.20 Uhr gekommen. Kurz darauf stand bereits das gesamte Gebäude in Vollbrand. Elf Personen wurden verletzt, eine davon schwer. In Lebensgefahr befand sich niemand. Die Verletzten wurden in die Innsbrucker Klinik und in das Krankenhaus Hall in Tirol eingeliefert.




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