Letztes Update am Di, 24.09.2019 14:08

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Personalreform der EU bringt mehr Einsparungen als erwartet



Die EU-Institutionen haben ihre Personalkosten in den vergangenen Jahren erfolgreich reduziert. Zu diesem Schluss kommt der Rechnungshof der EU in einem Bericht, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Sparmaßnahmen der Institutionen haben demnach auch negative Auswirkungen gehabt, etwa auf die Arbeitsbedingungen und die Attraktivität der EU als Arbeitgeber.

Die Rechnungsprüfer in Luxemburg bewerteten in ihrem Bericht die Auswirkungen eines 2014 beschlossenen Reformpakets. Besonderes Augenmerk lag demnach auf der wichtigsten EU-Behörde, der Kommission. Die EU hatte ihren Institutionen damals verordnet, Arbeitskräfte abzubauen und Löhne und Pensionen einzufrieren. Die EU-Kommission etwa erhöhte daraufhin das Pensionsantrittsalter ihrer Beamten auf 66 Jahre.

„Die durch die Personalreform 2014 erzielten Einsparungen gehen über die Erwartungen hinaus, aber sie werden von ihren Auswirkungen auf das Personal überschattet“, erklärte der Rechnungsprüfer Pietro Russo. Demnach haben sich die Ausgaben der EU für die Haushaltsperiode 2014 bis 2020 durch das Reformpaket um 4,2 Milliarden Euro reduziert.

Negative Folgen davon seien etwa eine tendenziell ältere Belegschaft und mehr Kurzzeitverträge. Außerdem sei die allgemeine Zufriedenheit der EU-Beamten mit ihrem Job gesunken. „Das kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem die Kommission Schwierigkeiten hat, hoch qualifiziertes und mehrsprachiges Personal anzuziehen“, merken die Rechnungsprüfer an.

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Alle Institutionen und Agenturen der EU zusammen beschäftigen rund 60.000 Menschen. Mehr als die Hälfte davon arbeitet für die Kommission. Die Personalkosten der Behörde allein belaufen sich auf rund 3,2 Milliarden Euro jährlich - rund zwei Prozent des EU-Haushalts.




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