Letztes Update am Di, 24.09.2019 15:52

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Straches Sicherheitsmann nach Hausdurchsuchung verhaftet



Die Ibiza-Ermittlungen ziehen ihre Kreise: Fünf Tage vor der Nationalratswahl hat die FPÖ erneut mit schweren Vorwürfen zu kämpfen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen falscher Spesenabrechnungen von Heinz-Christian Strache, der ehemalige Personenschützer des Ex-Parteichefs wurde in der Nacht auf Dienstag verhaftet. Der Security dürfte auch bei der Entstehung des Ibiza-Videos mitgespielt haben.

Medienberichten zufolge wird dem Leibwächter Erpressung vorgeworfen. Der Hintergrund: Im Jahr 2013 sei es zwischen ihm und Strache zu einem Zerwürfnis gekommen. Offenbar beschloss der Mann damals, sich an seinem Chef zu rächen. Laut „Presse“ und „Standard“ sammelte der Leibwächter über Jahre hinweg belastendes Material über Strache und andere FPÖ-Mitglieder. Teils soll der FPÖ-Bezirksrat selbst an den falschen Spesenabrechnungen mitgewirkt haben. Im Zuge dessen soll er Rechnungen und Belege gesammelt und fotografiert haben. Die Unterlagen sollen eine systematische Veruntreuung im Parteiapparat der Freiheitlichen beweisen.

Strache verfügte als Wiener FPÖ-Chef bis zu seinem Ausscheiden aus der Politik über ein eigenes Spesenkonto von der Landespartei, das mit bis zu 10.000 Euro monatlich dotiert war. Darüber hinaus soll er im Zeitraum von 2014 bis 2018 private Rechnungen über die Partei abgewickelt haben. Angebliche Beweise dafür soll der Leibwächter sowohl Behörden als auch Medien gegen Geld feilgeboten haben. Als darauf niemand reagierte, könnte den Berichten zufolge die Idee zum Dreh des Ibiza-Videos entstanden sein.

Die Soko Ibiza jedenfalls führte in der Nacht auf Dienstag eine Hausdurchsuchung bei dem Leibwächter durch. Unmittelbar danach wurde der Mann verhaftet. Es besteht der Verdacht, dass der Sicherheitsmann bereits 2015 Kontakt zu jenem Wiener Anwalt hatte, der als Drahtzieher des Ibiza-Videos gilt.

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Am Dienstag beschloss der Vorstand der Wiener FPÖ dann einstimmig den Parteiausschluss des ehemaligen Personenschützers von Ex-FPÖ-Chef Strache. Neben den strafrechtlichen Ermittlungen der Behörden werde die interne Sonderprüfung zu den anonym erhobenen Vorwürfen „selbstverständlich gründlichst“ fortgeführt, hieß es.

Bei der Staatsanwaltschaft verwies man auf „laufende Ermittlungen“ und darauf, dass es sich bei der Causa um eine „Verschlusssache“ handle. Eine Bestätigung der Berichte von offizieller Seite gab es daher nicht.




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