Letztes Update am Di, 24.09.2019 16:31

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


91-jährige Vermisste nach Explosion in Tirol tot gefunden



Nach der Explosion in einem Supermarkt in St. Jodok am Brenner am Montagvormittag ist die unter den Trümmern verschüttete 91-Jährige Dienstagmittag tot aufgefunden worden. Auch die zunächst angenommene Ursache für die Explosion, eine beschädigte Gasleitung, hatte sich eindeutig bestätigt, sagte der stellvertretende LKA-Leiter Christoph Hundertpfund im Gespräch mit der APA.

„Diensthund ‚Remus‘ hat gegen Mittag in den Trümmern eine Leiche aufgespürt“, schilderte Hundertpfund. Dabei handelt es sich laut dem Ermittler mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ um die Vermisste. Eine endgültige Klärung der Identität müsse aber erst noch durch die Gerichtsmedizin erfolgen. Zuvor hatten die Einsatzkräfte stundenlang den Schutt Stück für Stück abgetragen, um die 91-Jährige zu finden.

Eine „Verkettung unglücklicher Umstände“ habe zu der Explosion geführt, meinte Hundertpfund. In vier bis viereinhalb Metern Entfernung zu dem Gebäude, in dem sich der Supermarkt befand, hatten Arbeiten für eine Neuverrohrung stattgefunden. „Dabei wurde eine Gasleitung angeritzt“, erklärte der stellvertretende LKA-Leiter. Dies hatte am Dienstag auch der landeseigene Tiroler Energieversorger Tigas bestätigt.

Aufgrund der Asphaltschicht über der Leitung konnte das Gas aber nicht entweichen, weshalb es sich unterirdisch ausbreitete. Da das betroffene Gebäude mehrere hundert Jahre alt war und keine betonierte Bodenplatte hatte, konnte das Gas in das Haus eindringen. Wodurch in dem Gebäude dann aber letztendlich die Explosion ausgelöst wurde, war vorerst noch nicht klar und Gegenstand weiterer Ermittlungen.

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Die Staatsanwaltschaft Innsbruck nahm Ermittlungen wegen fahrlässiger Gemeingefährdung auf. Dies sagte Staatsanwaltschaftssprecher Hansjörg Mayr zur APA und bestätigte damit einen Bericht der Online-Ausgabe der „Tiroler Tageszeitung“. Vorerst sei das Verfahren gegen unbekannte Täter eingeleitet worden. Dies sei ein ganz normaler Vorgang, meinte Mayr. Bei derartigen Fällen, wo Verletzte zu beklagen sind, müsse die Staatsanwaltschaft aktiv werden und nachprüfen, ob der Tatbestand erfüllt sei, erklärte der Sprecher. Auf das Delikt drohen bis zu drei Jahre Haft.

Die Tiroler Polizei gab die näheren Identitäten der verletzten Personen bekannt. Deren Anzahl stieg auf zwölf an. Unter den Verletzten befand sich auch ein vier Monate altes Baby. Dieses sei aber nicht schwer verletzt worden, hieß es. Neben dem Kleinkind waren sechs männliche österreichische Staatsbürger im Alter zwischen 28 und 62 Jahren, vier einheimische Frauen im Alter zwischen 29 und 97 Jahren sowie ein 40-jähriger Deutscher betroffen. Eine Person wurde schwer verletzt.

Zu der Explosion war es am Montag gegen 11.20 Uhr gekommen. Kurz darauf stand bereits das gesamte Gebäude in Vollbrand. Elf Personen wurden verletzt, eine davon schwer. In Lebensgefahr befand sich niemand. Die Verletzten wurden in die Innsbrucker Klinik und in das Krankenhaus Hall in Tirol eingeliefert.




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