Letztes Update am Di, 24.09.2019 21:21

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Biden unter Umständen für Amtsenthebung Trumps



Der aussichtsreiche Präsidentschaftsbewerber der US-Demokraten, Joe Biden, ist für ein Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Donald Trump, falls dieser nicht voll in der Ukraine-Affäre kooperieren sollte. Wie das Wahlkampf-Team von Biden am Dienstag in Washington mitteilte, will Biden den US-Präsidenten dazu aufrufen, allen Forderungen des US-Kongresses zu dem Fall nachzukommen.

Sollte Trump dies nicht tun, „hat der Kongress keine andere Wahl als die Amtsenthebung“. Trump will indes die Mitschrift eines strittigen Telefonats veröffentlichen lassen. Das kündigte er auf Twitter an. Er habe angeordnet, dass am Mittwoch ein Transkript des Telefonats mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj publik gemacht werde.

Die Öffentlichkeit werde dann sehen, „dass es ein sehr freundliches und absolut angemessenes Gespräch war“. Er habe keinen Druck auf Selenskyj ausgeübt, versicherte Trump erneut. Die Vorwürfe gegen ihn seien nichts als eine „Hexenjagd“.

Die Präsidentin des US-Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, will der „Washington Post“ zufolge noch am Dienstagabend den Start einer Untersuchung zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen Trump bekanntgeben. Die Zeitung berief sich auf Quellen in der Demokratischen Partei.

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Ein sogenanntes Impeachment könnte zwar mit der Mehrheit der Demokraten im Abgeordnetenhaus angestrengt werden. Die Entscheidung über eine tatsächliche Amtsenthebung liegt aber im Senat, wo Trumps Republikaner die Mehrheit haben. Die Erfolgsaussichten eines solchen Verfahrens sind also begrenzt.

Das Risiko für die Demokraten ist nicht unerheblich. Würden die Republikaner ein solches Verfahren mit ihrer Mehrheit im Senat noch vor der nächsten Wahl im kommenden Jahr scheitern lassen, würde das den Demokraten mitten im Wahlkampf eine empfindliche Pleite bescheren - während sich Trump mit einem größtmöglichen „Freispruch“ durch den Kongress brüsten könnte.

Im Kern geht es um folgenden Vorwurf: Trump soll den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem Telefonat im Juli mehrfach aufgefordert haben, Ermittlungen einzuleiten, die dem demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden schaden könnten. Im Gegenzug soll Trump dem Ukrainer auch ein unangemessenes „Versprechen“ gegeben haben - zu dessen Inhalt ist indes nichts bekannt. US-Medien berichteten, Trump habe persönlich angeordnet, der Ukraine zugesagte Hilfen von rund 400 Millionen US-Dollar (364 Millionen Euro) zunächst nicht auszuzahlen.

Demokraten sehen in dem Vorfall versuchte Beeinflussung der im November 2020 anstehenden Präsidentschaftswahl mit Hilfe einer ausländischen Regierung und möglichen Amtsmissbrauch. Trump wiederum wirft Biden vor, die Ukraine als Vizepräsident unter Druck gesetzt zu haben, um Korruptionsermittlungen gegen seinen Sohn Hunter Biden, einen Geschäftsmann, zu verhindern.




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