Letztes Update am Mi, 25.09.2019 15:41

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ermittlungen gegen Berlusconi wegen Mafia-Anschlag von 1993



Gegen Italiens viermaligen Regierungschef Silvio Berlusconi führt die Staatsanwaltschaft von Florenz Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Mafia-Anschlag im Mai 1993, bei dem in der toskanischen Hauptstadt Florenz fünf Menschen durch eine Autobombe starben, wie italienische Medien am Mittwoch berichteten.

Berlusconi wurde vorgeladen, bei einer am 3. Oktober geplanten Gerichtsverhandlung in dem in Palermo laufenden Prozess über einen angeblichen Geheimpakt zwischen dem italienischen Staat und der Mafia auszusagen. Seine Anwälte teilten jedoch mit, dass der Medienunternehmer nicht vor Gerichte erscheinen werde, wie italienische Medien am Mittwoch berichteten.

Die Ermittlungen wegen mutmaßlicher Verstrickungen Berlusconis in tödliche Anschläge, die die Mafia 1992 und 1993 verübte, waren bereits vor Jahren eingeleitet, aber 2011 eingestellt worden. 2017 wurden sie wieder aufgenommen. Nun haben die Ermittlungen offenkundig neue Hinweise bekommen. Die Untersuchung betrifft auch Berlusconis Vertrauensmann, den Ex-Senator Marcello Dell‘Utri, der wegen Mafia-Verwicklungen zurzeit eine siebenjährige Haftstrafe absitzt.

Berlusconi und Dell‘Utri hätten direkte Kontakte zum Mafia-Boss Giuseppe Graviano gepflegt, so der Verdacht. Mit den Bombenanschlägen in Rom, Florenz und Mailand wollte die Mafia demnach Italien destabilisieren und den Boden für eine neue Politik schaffen, wovon Berlusconi habe profitieren wollen. Bei dem später der Mafia zugeschriebenen Bombenanschlag in Florenz starben fünf Menschen, die weltberühmten Uffizien wurden schwer beschädigt.




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