Letztes Update am Mi, 25.09.2019 15:51

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gatterer-Preis: Preisträger fordern Rückzug des ÖJC



Die bisherigen Preisträger des Prof. Claus Gatterer-Preises fordern den Rückzug des Österreichischen Journalisten Clubs (ÖJC) als Organisator der Auszeichnung. Grund dafür sind öffentlich gewordene Vorwürfe, wonach bisherigen Sponsoren des Gatterer-Preises ein Vielfaches des Preisgeldes in Rechnung gestellt worden sein soll.

„Wir halten im Licht dieser Informationen den ÖJC nicht mehr für geeignet, den Claus Gatterer-Preis auszurichten“, heißt es in einem der APA vorliegenden Brief an den ÖJC-Vorstand und an die Jury. Die Preisträger fordern die Verantwortlichen der Organisation deshalb auf, „den völlig illegitimen ‚markenrechtlichen Schutz‘ dieses Preises aufzuheben“.

Zugleich zeigen sich die bisherigen Ausgezeichneten in Sorge um das Image des 1984 verstorbenen Südtiroler Journalisten. „Die Informationen zur Finanzgebarung des ÖJC bei der Organisation des Preises und der Auswahl neuer Sponsoren gefährden den Ruf Gatterers und stellen aus unserer Sicht den Sinn des Preises in Frage.“ Gatterer sei schließlich immer für Engagement aufseiten der kleinen Leute, für unabhängigen und kritischen Journalismus und vor allem für Ehrlichkeit gestanden.

Die Preisträger wollen dafür sorgen, „dass der Preis von einer über jeden Verdacht erhabenen Institution ausgerichtet und durch eine unabhängige Jury gemeinsam mit dem Land Südtirol und Sexten, der Heimatgemeinde Claus Gatterers, weiter verliehen wird“. Zu den Unterzeichnern gehören Preisträger wie Armin Wolf, Peter Resetarits, Florian Klenk, Ulrich Ladurner, Edith Meinhart, Nina Horaczek, Melita Sunjic und Nora Zoglauer sowie die früheren Gatterer-Mitarbeiter Kurt Langbein und Peter Huemer.

Der Gatterer-Preis steht seit Ende August in Diskussion. Den Stein ins Rollen gebracht hatte damals der Tiroler Blogger Markus Wilhelm, der die Auszeichnung eigentlich in diesem Jahr erhalten sollte. Wilhelm lehnte dies jedoch ab und konfrontierte den ÖJC mit dem Vorwurf, dass der Journalisten Club die Auszeichnung als eine Art „Geschäftsmodell“ betreibe. Den Sponsoren seien überhöhte Abrechnungen ohne plausible Grundlage vorgelegt worden, so die Kritik. Der ÖJC bestritt die Anschuldigungen und stellte zuletzt auch eine rechtliche Prüfung der Vorwürfe in Aussicht.




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