Letztes Update am Mi, 25.09.2019 16:39

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


42 Migranten aus Seenot vor Zakynthos gerettet



Rund 60 Seemeilen westlich der griechischen Touristeninsel Zakynthos sind 42 Migranten auf See gerettet worden. Sie seien an Bord einer Segeljacht auf dem Weg nach Italien gewesen, als sie ein Notsignal sendeten, berichtete der staatliche Rundfunk (ERT) am Mittwoch.

Ein Frachter habe die Menschen an Bord genommen. Sie sollten zum griechischen Hafen von Kalamata gebracht werden. Woher die Migranten stammen, wurde zunächst nicht bekannt.

In Griechenland kommen weiterhin ungewöhnlich viele Migranten aus der Türkei an. Allein am Dienstag setzten 654 Menschen zu den griechischen Inseln über, teilte das griechische Bürgerschutzministerium am Mittwoch mit.

Der Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei sieht vor, dass die EU alle Flüchtlinge und Migranten, die illegal über die Türkei auf den griechischen Inseln kommen und kein Asyl beantragt haben oder deren Antrag abgelehnt wurde, zurückschicken kann. Die Bearbeitung der Asylanträge kommt wegen Personalmangels jedoch auf griechischer Seite nur mühsam voran. Auf Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos harren laut des Bürgerschutzministeriums knapp 29.400 Menschen aus. Noch nie seit Inkrafttreten des EU-Türkei-Flüchtlingspaktes im März 2016 seien es so viele gewesen, berichtete der Staatsrundfunk.

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Am schlimmsten sei die Lage im Lager von Moria auf der Insel Lesbos. In und um das Camp, das nur für 3.000 Menschen ausgelegt ist, leben mehr als 12.200 Menschen. Auch auf der Insel Samos sind in einem Lager, das Kapazitäten für 650 Menschen hat, mehr als 5.200 Migranten zusammengepfercht. Die Bürgermeister der Inseln warnen immer wieder vor unkontrollierbaren Zuständen. Ein kleiner Zwischenfall wie ein Streit zwischen Migranten und der Bevölkerung könnte dramatische Folgen haben.




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